Überragender Wahlsieg
Portrait: Aleksander Kwasniewski - alter und neuer Präsident Polens

dpa WARSCHAU. Der einzige Kampf, den Aleksander Kwasniewski derzeit zu verlieren droht, ist der gegen überflüssige Pfunde. Lieferte er sich vor fünf Jahren bei der Wahl des Staatsoberhaupts noch ein Kopf-an-Kopf-Rennen mit dem damaligen Präsidenten Lech Walesa, ließ Kwasniewski in diesem Jahr seine elf Konkurrenten weit hinter sich und wurde selbst von zahlreichen Anhängern des gegnerischen politischen Lagers gewählt.

Der Erfolg Kwasniewskis ist um so erstaunlicher, als er noch vor der politischen Wende der große Hoffnungsträger der polnischen Kommunisten war. Als Minister für Jugend, Sport und Touristik war der einstige Jugendfunktionär das jüngste Kabinettsmitglied. Als viele seiner Altersgenossen während des Kriegsrechts auf die Straße oder in die Emigration gingen, machte Kwasniewski eine steile Funktionärskarriere. Für viele seiner Landsleute spielt das heute keine Rolle mehr.

Denn Kwasniewski steht einerseits zu seiner politischen Vergangenheit, bekennt sich andererseits aber zum Westen, zu Polens NATO-Mitgliedschaft und dem angestrebten EU-Beitritt. Er forderte auch die postkommunistischen Sozialdemokraten zur kritischen Aufarbeitung der Vergangenheit auf. Viele polnische Intellektuelle kritisieren Kwasniewski als Populisten und Opportunisten, doch bei den meisten Polen kommt der joviale und volkstümliche Präsident gut an. Er konnte sich auch auf internationalem Parkett gut behaupten.

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