Überraschende Entscheidung
Eintracht Frankfurt fehlt die Spitze

Einen Tag vor der Aufsichtsratsitzung trat der Vorsitzende Jürgen Neppe zurück. Und die klamme Vereinskasse erschwert die Suche nach einem Nachfolger sowie einem Vereinsmanager, der den Hessen ebenfalls noch fehlt.

HB/dpa FRANKFURT/MAIN. Die Suche nach dem einen ist offiziell noch nicht beendet, da räumt ein anderer seinen Sessel beim Fußball- Bundesligisten Eintracht Frankfurt. Einen Tag vor der Aufsichtsratssitzung am trat der Vorsitzende des Kontrollgremiums Jürgen Neppe mit sofortiger Wirkung von seinem Amt zurück. "Ich bin nicht sauer. Und dass ich dieses Amt nicht auf lange Zeit ausüben würde, war im engsten Kreis bekannt", sagte Neppe am Donnerstag. Er gehe nicht im Groll.

"Diese Entscheidung kam schon sehr überraschend. Wir wussten definitiv nichts davon", erklärte dagegen Eintracht-Pressesprecher Carsten Knoop. Derweil gilt nach Zeitungsinformationen vom Donnerstag DFL - Geschäftsführer Heribert Bruchhagen als heißester Kandidat für den noch immer vakanten Posten des Vorstandsvorsitzenden. Das berichteten die "Frankfurter Allgemeine Zeitung" und die "Bild"-Zeitung übereinstimmend.

"Ich weiß von keinen Verhandlungen, deswegen nehme ich zu theoretischen Fragen keine Stellung", kommentierte der Präsident der Deutschen Fußball-Liga (DFL), Werner Hackmann, einen möglichen Wechsel seines Geschäftsführers. Allerdings unterlief Bruchhagen beim Privatsender "Radio FFH" am Donnerstag ein vielsagender Versprecher: "Ich möchte dazu noch, ähm, ich möchte dazu nichts sagen." Das Amt ist vakant, seitdem Volker Sparmann am 30. Juni als Eintracht-Chef ausgeschieden ist.

Einen Nachfolger zu finden hatte sich insbesondere Neppe vorgenommen. Doch seine Versuche, Wolfgang Holzhäuser (Bayer 04 Leverkusen), Rolf Rüssmann (ehemals VfB Stuttgart) oder Stefan Ziffzer (Ex-Geschäftsführer Deutsches Sport-Fernsehen) nach Frankfurt zu holen, schlugen fehl. Neppes Suche entweder nach einem starken Vereinsboss mit Verzicht auf einen Manager, der den Hessen ebenfalls noch fehlt, oder einem machtvollen Manager plus Vorsitzenden wurde wegen der klammen Kassen erst einmal beendet.

Er habe seine Ideen wegen des engen finanziellen Rahmens nicht so umsetzen können, wie er es sich vorgestellt habe, sagte Neppe. "Die Zeit ist nun vorbei und das ist auch gut so." In der Sommerpause war er mit Trainer Willi Reimann aneinander geraten, nachdem er die Neuverpflichtungen des Coaches öffentlich kritisiert hatte. "Ich bin aber ein absoluter Demokrat und dann muss ich mich auch dem Willen der Mehrheit beugen", erklärte Neppe, der den gesamten Aufsichtsrat zu einem gemeinsamen Abendessen in der kommenden Woche eingeladen hat. "Und keiner hat abgesagt", betonte er.

Der Eintracht werde er weiter mit Rat und Tat zur Seite stehen, erklärte der Unternehmer, dessen Aufgabe Stellvertreter Heiko Beeck vorerst übernimmt. Natürlich werde er auch weiter ins Stadion gehen. "Vielleicht war dieser Posten die einzige Geschichte in meinem Leben, die ich absolut selbstlos angegangen bin."

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