Überraschende Wende
Steve Case will AOL abspalten

AOL-Gründer Stephen Case hat sich nach Informationen der US-Zeitung New York Times intern für eine Abspaltung des Internetgeschäfts von AOL Time Warner ausgesprochen. Das ist überraschend, denn der Gründer des Internet-Unternehmens America Online hat die Fusion von AOL und dem klassischen Medienkonzern Time Warner noch vor Monaten vehement verteidigt.

NEW YORK. Case Meinung hat jedoch nicht mehr allzu viel Gewicht - seine Macht innerhalb des fusionierten Unternehmens ist deutlich gesunken. Er musste Anfang diesen Monats vor allem auf Druck der Vertreter des traditionellen Medien-Geschäfts seinen Posten als Chairman räumen. Case bleibt jedoch einer der größten Aktionäre von AOL Time Warner. Und in der vergangenen Woche ist er als Mitglied des Aufsichtsrats bestätigt worden.

AOL Time Warner war im Januar 2001 durch die Übernahme von Time Warner durch AOL für mehr als 100 Mrd. $ entstanden. Das war in den Hoch-Zeiten des Internet- Booms. Seitdem hat sich jedoch das Geschäft vor allem mit Online-Werbung und Internet-Abonnenten schwach entwickelt. Und der Kurs der gemeinsamen Aktie hat drei Viertel ihres Wertes verloren. Zudem AOL mit einer Untersuchung der US-Börsenaufsicht SEC zu kämpfen.

Die Idee, AOL abzuspalten, war bisher nur von AOL-kritischen Managern des Gemeinschaftsunternehmen geäußert worden - unter anderem CNN-Gründer und Aufsichtsratsmitglied Ted Turner. Der Vorstandsvorsitzende und Chairman Richard Parsons hingegen hatte bisher betont, die Geschäftsführung wolle AOL wieder auf die Beine bringen und nicht verkaufen.

Katharina Kort
Katharina Kort
Handelsblatt / Korrespondentin
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