Überraschende Werte
US-Verbrauchervertrauen nahm deutlich zu

Das Vertrauen der amerikanischen Verbraucher in die Wirtschaftsentwicklung der USA hat im Dezember im dritten Monat hintereinander überraschend deutlich zugenommen.

rtr NEW YORK. Analysten sahen darin ein Signal dafür, dass die Konjunktur die Talsohle bereits druchschritten haben könnte. Die Konsumausgaben der Amerikaner nahmen indessen im November erneut ab, wenn auch nicht so stark wie von Volkswirten prognostiziert. Die privaten Konsumausgaben machen rund zwei Drittel des Bruttoinlandsprodukts (BIP) der USA aus. Nach der dritten Schätzung des US-Handelsministeriums nahm das BIP, die Leistung der gesamten amerikanischen Wirtschaft, im dritten Quartal um 1,3 % ab und damit so stark wie seit dem ersten Quartal 1991 nicht mehr.

Nach der jüngsten Studie der Universität Michigan stieg der Index des Verbrauchervertrauens endgültig auf 88,8 von vorläufig errechneten 85,8 Punkten und 83,9 Zählern im November. Im September hatte der Index mit 81,8 Punkten ein Tief markiert. Von Reuters befragte Volkswirte hatten einen Rückgang des Gesamtindex auf 85,7 Punkte erwartet. Dem Bericht der Universität Michigan zufolge beurteilen die US-Verbraucher sowohl ihre gegenwärtige wirtschaftliche Situation, als auch die künftige Entwicklung besser als in den Vormonaten. Der Index der derzeitigen Situation stieg auf 99,0 von 95,3 Punkten im November und der Index der Erwartungen auf 82,3 von 76,6 Punkten.

Analysten zufolge werden die Sorgen über den schwachen Arbeitsmarkt durch positive Signale überlagert, wie die jüngsten Hoffnungen auf eine Belebung der US-Wirtschaft und die Erholung der US-Aktienbörsen. "Das sind sehr gute Zahlen. Viele Daten kehren auf das Niveau von vor den Anschlägen am 11. September zurück", sagte Jim O'Sullivan, Volkswirt bei UBS Warburg in Stamford, Connecticut. Ed Peters vom Haus Panagora Asset Management in Boston fügte hinzu: "Der Anschein wird stärker, dass die Wirtschaft die Talsohle durchschritten hat".

Die Ausgaben der amerikanischen Verbraucher nahmen nach Berechnungen des US-Handelsministeriums im November um 0,7 % ab, nachdem diese im Vormonat vorwiegend auf Grund der Kaufanreize der US-Autoindustrie um 2,9 % gestiegen waren. Dennoch war das Käuferverhalten in den USA im November nicht so schlecht, wie von Volkswirten erwartet. Diese hatten für November ein Minus der Konsumausgaben von 1,0 % vorausgesagt. Die privaten Einkommen sanken dagegen im November, wie bereits in den beiden Vormonaten, um wiederum 0,1 %.

Die gesamtwirtschaftliche Leistung der USA verringerte sich indessen im dritten Quartal stärker als zunächst angenommen. Nachder einer endgültigen Schätzung des Handelsministeriums ist das BIP der USA im dritten Quartal 2001 auf das Jahr hochgerechnet um 1,3 % geschrumpft. Damit revidierte das Ministerium am Freitag seine vorherige Schätzung von minus 1,1 % geringfügig nach unten. Im zweiten Quartal war die US-Wirtschaft noch gewachsen und zwar um eine annualisierte Rate von 0,3 %. Für das letzte Quartal dieses Jahres erwarten Analysten überwiegend einen erneuten Rückgang des BIP, erst Anfang 2002 rechnen sie wieder mit einem Wachstum in den USA. Nach der gängigsten volkswirtschaftlichen Definition steckt eine Wirtschaft in einer Rezession, wenn sie zwei Quartale hintereinander negative Wachstumsraten aufweist.

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