Überraschender Gewinnanstieg
VW: Starkes Quartal, schwacher Ausblick

Volkswagen hat im zweiten Quartal entgegen den Erwartungen der Experten sein Ergebnis deutlich gesteigert.

Reuters/dpa WOLFSBURG. Bei einem leichten Umsatzrückgang auf 22,79 Milliarden Euro steigerte VW das Ergebnis vor Steuern gegenüber dem Vorjahr auf 1,266 Milliarden Euro von 1,12 Milliarden Euro.

Der Reingewinn stieg von 624 auf 776 Millionen Euro. Im ersten Quartal waren Vorsteuer- und Nettoergebnis noch rückläufig gewesen. Analysten hatten auch für das zweite Quartal mit einem Rückgang des Vorsteuerergebnisses um knapp acht Prozent gerechnet.

Als Grund für den Ergebniszuwachs nannte VW die Maßnahmen zur Senkung der Kosten und Erhöhung der Erlöse. Die positiven Einflüsse aus Preismaßnahmen und Materialkostensenkungen würden sich hier weiterhin auswirken.

Trüber Ausblick

Weniger positiv klingt hingegen der weitere Ausblick: Statt der angepeilten 4,4 Milliarden Euro Gewinn wie im Vorjahr wird VW im gesamten Geschäftsjahr nur noch 4 Milliarden Euro erreichen. Auch die Marke von fünf Millionen verkauften Autos werde der Konzern in diesem Jahr verfehlen. Noch am Montag hatte es aus Kreisen des VW-Aufsichtsrats geheißen, eine Korrektur der Prognose sei nicht zu erwarten.

Die Entscheidung, von der bisherigen Linie abzuweichen, fiel nach Angaben aus Konzernkreisen erst in der Vorstandssitzung am Montagnachmittag. VW begründete sie mit dem ausbleibenden Wirtschaftsaufschwung vor allem in Westeuropa und dem schwächeren Dollar-Kurs, der sich belastend auf den Export nach Nordamerika auswirke. Aus den Kreisen hieß es weiter, VW gehe auf Nummer Sicher und wolle sich eine monatelange Diskussion auf den Finanzmärkten über eine zu ehrgeizige Prognose ersparen.

"Wir sind angesichts des guten zweiten Quartals zuversichtlich für die weitere Entwicklung", sagte VW-Konzernsprecher Kurt Rippholz. "Vor dem Hintergrund einer kaufmännisch vorsichtigen Einschätzung sehen wir das Vorsteuerergebnis jetzt bei vier Milliarden Euro. Dies liegt aus unserer Sicht aber immer noch in der Größenordnung dessen, was wir bislang gesagt haben, und wäre das zweitbeste Ergebnis in der Geschichte von VW", sagte Rippholz.

Absatz nur in Nordamerika gut

Besonders stark leidet VW in Europa und Südamerika unter Absatzproblemen. In Europa gingen die Auslieferungen im ersten Halbjahr um 7,7 Prozent auf 1,676 Millionen Fahrzeuge, in Südamerika um gut 17 Prozent auf 240.000 zurück.

In Nordamerika verkaufte VW dagegen mit 330.000 Autos 1,6 Prozent mehr als im Vorjahr. Allerdings signalisiert ein leichter Rückgang der Auslieferungen im zweiten Quartal eine möglicherweise aufkommende Marktschwäche in den USA.

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