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Überraschungsbesuch: Powell verspricht Bagdad schnellere Hilfse

Bagdad (dpa) - US-Außenminister Colin Powell hat am Freitag in Bagdad bei einem Überraschungsbesuch einen beschleunigten Fluss von Hilfsgeldern für den Wiederaufbau im Irak angekündigt. Er war der bislang ranghöchste amerikanische Politiker, der seit der Machtübergabe Bagdad besuchte.

Bagdad (dpa) - US-Außenminister Colin Powell hat am Freitag in Bagdad bei einem Überraschungsbesuch einen beschleunigten Fluss von Hilfsgeldern für den Wiederaufbau im Irak angekündigt. Er war der bislang ranghöchste amerikanische Politiker, der seit der Machtübergabe Bagdad besuchte.

Bei der vorher nicht angekündigten Visite sprach er mit Übergangsstaatschef Gasi el Jawar und Vize-Ministerpräsident Barham Saleh über die Sicherheitslage und den Wiederaufbau. Saleh sagte, bis Ende des Jahres würden neun Milliarden US-Dollar an Hilfsgeldern in Projekten umgesetzt werden. Dadurch würden zahlreiche neue Arbeitsplätze geschaffen.

Powell billigte die neuerliche Verschiebung der irakischen Nationalkonferenz, aus der ein die Regierung «beratender» Nationalrat hervorgehen soll. Die «leichte Verschiebung» um zwei Wochen sei nötig, um die Vorbereitungen für die Konferenz abzuschließen. Powell hatte zuvor mit seinem saudi-arabischen Kollegen Saud el Feisal die umstrittene Stationierung muslimischer Truppen im Irak beraten. Powell sprach von einer «interessanten Idee». Verschiedene Voraussetzungen müssten jedoch noch geklärt werden.

Unterdessen vergeht kaum noch ein Tag im Irak ohne schwere Zwischenfälle. Bei Kämpfen zwischen Aufständischen und US-Truppen im westirakischen Unruheherd Falludscha wurden 13 Iraker getötet und 13 weitere verletzt. Das berichteten Krankenhausärzte in der 70 Kilometer westlich von Bagdad gelegenen Stadt. Die Kämpfe seien in der Nacht zum Freitag ausgebrochen und hätten Stunden angedauert, erklärten Augenzeugen. Die US-Truppen setzten auch Panzer und Helikopter ein. Vor dem Hintergrund der Gewalt lobte Powell den persönlichen Mut der Mitglieder der Übergangregierung. «Sie setzen jeden Tag aufs Neue ihr Leben aufs Spiel», sagte der Minister.

US-Präsident George W. Bush hat die vor 14 Jahren gegen den Irak verhängten Sanktionen offiziell fast vollständig aufgehoben. In einem Brief vom Donnerstag an den Präsidenten des Senates und den Vorsitzenden des Repräsentantenhauses schrieb Bush, für die Sanktionen bestehe nach dem Sturz des Regimes von Saddam Hussein und wegen «anderer Entwicklungen» keine Notwendigkeit mehr. Damit folgt die US-Regierung UN-Beschlüssen.

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