Überschuss sank um ein Drittel
Axel Springer Verlag war 2000 deutlich weniger profitabel

Der Jahresüberschuss des Axel-Springer-Verlages ist im Jahr 2000 um mehr als ein Drittel auf 98 Mill. ? gesunken. Wie Springer am Dienstag in Berlin mitteilte, stieg der Umsatz im selben Zeitraum um 8,9 % auf 2,9 Mrd. ? an. Das Verlagshaus führt den Überschussrückgang auf Investitionen in bestehende Zeitungs- und Zeitschriftentitel sowie in die strategeische Neuausrichtung des Bereichs Multimedia zurück. Die Tageszeitung "Welt" soll aus dem Verbund mit drei europäischen Zeitungen Nutzen ziehen.

rtr/dpa BERLIN.Der Aufsichtsrat werde der für den 27. Juni nach Berlin einberufenen Hauptversammlung eine unveränderte Dividende von 1,43 ? je Aktie vorschlagen, teilte das Unternehmen mit. Der Springer-Verlag mit Sitz in Hamburg und Berlin ist vor allem bekannt für die Boulevard-Zeitung "Bild", die nach Springer-Angaben täglich mehr als zehn Mill. Leser hat. Mit dem Online-Angebot "Bild.de" plant Springer zusammen mit dem Internet-Dienstleister T-Online jetzt ein Nachrichten- und Unterhaltungsportal im Internet.

Springer publiziert auch die überregionale Tageszeitung "Die Welt", sowie die "Berliner Morgenpost", das "Hamburger Abendblatt" und mehrere Regionalzeitungen. Die Fernsehzeitschriften "Hörzu" und "Funkuhr" kommen ebenfalls aus dem Springer-Verlag. Seine Beteiligung an Deutschlands erstem Privatsender Sat.1 hatte Springer im vergangenen Jahr in die Prosiebensat.1 Media AG eingebracht, die von dem Münchner Medienkonzern Kirch kontrolliert wird.

Kirch ist mit gut 40 % der Anteile auch zweitgrößter Aktionär des börsennotierten Springer-Verlages. Den größten Anteil hält mit 50 % plus zehn Aktien die Axel-Springer-Gesellschaft für Publizistik, die die Familie des Verlagsgründers Axel Springer vertritt. Weniger als zehn Prozent der Aktien befinden sich im Streubesitz.

Neues Mitglied im Springer-Aufsichtsrat soll dem Unternehmen zufolge der Aufsichtsratsvorsitzende der Berliner Schering AG, Guiseppe Vita, werden. Der Publizist und frühere Regierungssprecher Peter Boenisch hatte zuvor sein Mandat in dem Gremium niedergelegt.

Die Welt entdeckt nach dem Internet jetzt Europa

Die Tageszeitung "Die Welt" soll Verlagsangaben nach eng mit den europäischen Zeitungen "Le Figaro" (Frankreich), "The Daily Telegraph" (Großbritannien) und "ABC" (Spanien) zusammenarbeiten. Mit der jetzt gegründeten "Europäischen Tageszeitungs-Allianz" (EDA) solle die internationale Berichterstattung ausgebaut und renommierte ausländische Autoren ins Blatt geholt werden, hieß es.

Die Vereinbarung sieht unter anderem die gegenseitig Nutzung der Archive, einen Austausch von Redakteuren sowie die Verlinkung der jeweiligen Online-Auftritte vor. Auch im Anzeigengeschäft wollen die vier Zeitungen kooperieren. Für die Zukunft sei die Zusammenarbeit mit weiteren Tageszeitungen aus anderen Ländern geplant, sagte "Welt"-Chefredakteur Wolfram Weimer. Der Allianz-Vorsitz werde in Rotation von den Chefredakteuren der beteiligten Blätter besetzt. Den Auftakt macht Yves de Chaisemartin von "Le Figaro".

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