Überschuss stieg 2000 um 54,5 % auf 1,75 Mrd. Euro
Münchener Rück übertrifft mit Zahlen die Erwartungen

Die Münchener Rück hat im vergangenen Jahr einen Rekordüberschuss erzielt und damit die Prognosen der Analysten übertroffen.

Reuters MÜNCHEN. Der Überschuss sei 2000 um 54,5 % auf 1,75 Mrd. Euro gestiegen, teilte der weltgrößte Rückversicherer am Freitag mit. Die Schätzungen der Analysten hatten im Durchschnitt bei 1,57 Mrd. Euro gelegen. Zu dem Ergebnis hätten allerdings Sondererträge aus der Senkung der Körperschaftssteuer mit 320 Mill. Euro und aus der erstmaligen Konsolidierung von Spezialfonds mit 180 Mill. Euro beigetragen, hieß es in der Mitteilung. Die Dividende soll nach dem Vorschlag von Vorstand und Aufsichtsrat auf 1,25 von 0,95 Euro erhöht werden. Die Aktien stiegen um 3,4 % auf 344,50 Euro.

Münchener Rück - Intraday-Chart

Der Umsatz legte den Angaben zufolge im vergangenen Jahr um 13,5 % auf 31,1 Mrd. Euro zu, während die Schätzungen der Analysten zwischen 26,80 und 30,65 Mrd. Euro gelegen hatten. Das Ergebnis vor Steuern, Abschreibungen auf den immateriellen Firmenwert und Minderheitsanteile sei auf 2,6 (1999: 1,8) Mrd. Euro gestiegen, das Ergebnis je Aktie auf 9,89 Euro nach 6,45 Euro im Vorjahr. Auch ohne die Sondererträge sei der Jahresüberschuss um rund 50 % gestiegen, teilte die Münchener Rück weiter mit.

Analysten bezeichneten die Zahlen als gut. "Besonders erfreulich ist, dass der Nichtleben-Rückversicherungsbereich jetzt einen Boden gefunden zu haben scheint", sagte Frank Stoffel von West-LB Panmure. "Die Qualität des Ergebnisses wird aber etwas eingeschränkt durch den hohen Anteil der realisierten Gewinne im Asset Management. So ist es schlecht einzuschätzen, wie es operativ wirklich war." In der Sparte Vermögensverwaltung wies die Münchener Rück ein um 28 % auf mehr als zwölf Mrd. Euro gestiegenes Ergebnis aus Kapitalanlagen aus. Das sei vor allem auf realisierte Kursgewinne bei den Lebens- und Krankenversicherern und auf die erstmalige Konsolidierung von Spezialfonds nach den neuen IAS-Vorschriften zurückzuführen, hieß es zur Begründung.

Besonders dynamisch entwickelte sich die Sparte Rückversicherung, die mehr als die Hälfte des Konzernumsatzes ausmacht und ihre Bruttobeiträge 2000 um 19,2 % steigerte. Gleichzeitig sei die Belastung aus Naturkatastrophen stark zurückgegangen, die gesamte Schaden-Kosten-Quote aber nur auf 115,3 von 118,9 % gefallen, hieß es. Für das laufende Jahr habe der Konzern vielfach Preiserhöhungen durchsetzen können, die sich 2001 positiv auf die Ergebnisse auswirkten. "Die großen Schäden der letzten Wochen zeigen allerdings die Notwendigkeit noch weiter verbesserter Konditionen", teilte Vorstandschef Hans-Jürgen Schinzler mit. Dazu zählten die Erdbeben in El Salvador, Indien und im Nordwesten der USA sowie der Untergang der weltgrößten Ölplattform vor der brasilianischen Küste.

Im Bereich Erstversicherung, den hauptsächlich die Düsseldorfer Tochter Ergo ausmacht, stiegen die Beiträge den Angaben zufolge um 6,8 % auf 14,4 Mrd. Euro.

Bei den Prognosen für das laufende Geschäftsjahr äußerte sich der Rückversicherer vorsichtig: "Wenn sich die Belastungen aus Naturkatastrophen und anderen Großschäden im Rahmen halten, sollte der Konzern im laufenden Jahr erneut ein gutes operatives Ergebnis erreichen können", hieß es in der Mitteilung. Ein Londoner Analyst gab eine konkretere Schätzung ab und rechnet beim Gewinn für das laufende Jahr mit einem Wachstum zwischen zehn bis 20 %. Die Aussichten für die Geschäftsfelder seien sehr gut, sagte er. "Die Versicherer halten sich jetzt bedeckt, auch angesichts der Entwicklung an den Aktienmärkten. Es ist unsicher, ob sie in diesem Jahr wieder so viele Gewinne realisieren können," sagte DG-Bank-Analystin Patricia Novak.

Auf Grund der Ratenerhöhungen rechnet die Münchener Rück beim Rückversicherungsgeschäft wieder mit einem deutlichen Umsatzplus und einem besseren Ergebnis. In der deutschen Schaden- und Unfallversicherung will die Gruppe erneut stärker wachsen als der deutsche Markt.

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