Überschussbeteiligung für Lebensversicherungskunden sinkt
Arag verliert weiter Marktanteile

Die Arag-Versicherungsgruppe hat Probleme. Der in Familienbesitz befindliche Konzern verliert zum einen weiter Marktanteile in seinem Stammgeschäft, dem Verkauf von Rechtsschutzpolicen in Deutschland.

HB/ali DÜSSELDORF. Zum anderen befürchtet die Arag steigende Aufwendungen auf Grund der geplanten Erhöhung der Rechtsanwaltsgebühren. Allerdings ist dieser Plan im Gesetzgebungsprozess erst einmal gescheitert. "Unser Marktanteil bei Rechsschutz Inland sank im vergangenen Jahr von 14 auf 13,5 %", erklärte Arag-Vorstandschef und-Eigner Paul-Otto Faßbender bei der Bilanz-Vorstellung. Um die steigenden Kosten wegen der Erhöhung der Rechtsanwaltsgebühren abzufangen, hat die Arag laut Faßbender in 2001 eine Spätschadenreserve von 18,8 Millionen Euro gebildet. Als Folge sank das Ergebnis der normalen Geschäftstätigkeit der gesamten Gruppe auf 50,9 Millionen Euro (Vorjahr: 61,6 Millionen Euro, - 17,4 %). Der Jahresüberschuss brach gar um 77 % auf nur noch 15,9 Millionen Euro ein. Dies erklärte Finanzvorstand Werner Nicoll mit erhöhtem Steueraufwand.

Auch für die Zukunft erwartet Faßbender hohen Reservierungsbedarf und weitere Marktanteilsverluste. Der Grund: Versicherer, bei denen Arag früher Produktzulieferer war, bieten inzwischen selbst Rechtschutzversicherungen an.

Mehr Freude bereitet dem Arag-Inhaber das Auslandsgeschäft des Teilkonzerns Rechtsschutz: Hier stiegen die Prämien um 12 % auf 228,6 Millionen Euro. In der gesamten Gruppe stiegen die Prämien um 3,3 % auf 1,2 Mrd. Euro. 2001 hat die Arag in den USA den Anbieter Legal/Wise übernommen, der ein Beitragsaufkommen von 4,2 Millionen Dollar hat. "Wir suchen weiter Übernahmeobjekte, auch in Deutschland", sagte Faßbender. Potenzielle Kaufkandidaten müssten eine Eigenkapitalrendite von 15 % erwirtschaften.

Der Lebensversicherer der Arag-Gruppe leidet wie die Branche insgesamt unter der Baisse an den Börsen. Als Folge kündigte Faßbender an, die Überschussbeteiligung von derzeit sechs auf einen Wert "um die fünf Prozent" abzusenken. Laut Finanzvorstand Nicoll ist die Reservequote auf nur noch 1 % der Anlagen gesunken. Zur Stärkung der Kapitalbasis hat die Familie laut Faßbender das Stammkapital der Holding auf 160 Millionen Euro aufgestockt, davon wurden 40 Millionen Euro bar eingezahlt.

Quelle: Handelsblatt

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