Überstunden
Holy sh..! Der Weihnachtsmann ist nicht dotcom-fähig

Spekulatius seit August. Konsumterror, der erst jetzt richtig beginnt. Weihnachtsmärkte mit dem immerwährend gleichen Angebot aus geschnitztem Ramsch, Glühkirsch, Bratwurst - und nur noch neun Tage bis zum Fest der Liebe.

Als ob das alles nicht schon schlimm genug wäre, überrascht uns jetzt eine Hamburger Unternehmensberatung mit der niederschmetternden Nachricht, dass Weihnachtsmänner im Internet meistens unzuverlässig und faul seien. Die "nicht ganz ernst gemeinte E-Mail Response-Analyse", brachte Erschreckendes an den Tag: "Die meisten Weihnachtsmänner im Web bieten keinen E-Mail Service an" und weiter: "bunte Selbstdarstellung ist hier der traurige Standard".

Letzteres dürfte der heilige Nikolaus mit so manchem Unternehmen der New Economy gemeinsam haben, bei einigen soll das ja sogar zum Börsengang gereicht haben. Aber das mit dem fehlenden E-Mail-Service geht nun wirklich nicht. Über die Gründe kann natürlich nur spekuliert werden. Vielleicht musste der Weihnachtsmann ja zu viel zu vielen After-Work-Partys, um dort den vorweihnachtlichen Spaßfaktor zu erhöhen? Womöglich haben sich die Engel geweigert, ihrer Pflicht New-Economy-mäßig im Call-Center nachzukommen (weil das Head-Set nicht über den Heiligenschein passt?).

Andererseits sollte dem Problem doch mit einer simplen SMS beizukommen sein. Handys werden die doch wohl bedienen können, auf der Erde kann das ja auch jedes Kind.

Aber es kommt noch schlimmer: Einige Weihnachtsmänner nehmen zwar E-Mails an, beantworten sie dann jedoch nicht. Zitat: "Wenn eine himmlische Botschaft zurückkommt, ist sie oft unpersönlich". (Traurig, traurig, aber es soll selbst strenggläubigen Katholiken schon ähnlich gegangen sein.) "Testsieger" wurde - natürlich - ein deutscher Weihnachtsmann. Als hätten wir es nicht geahnt, eine super Dienstauffassung. Der mailte nicht nur prompt zurück, sondern gab, nach Auffassung der prüfenden Unternehmensberatung Mummert + Partner, auch "lehrreiche Antworten". So auf die Frage, wo der Weihnachtsmann denn die ganzen Geschenke herbekommt: "Natürlich gibt es im Himmel ein Kaufhaus".

Jeder aufgeweckte Sechsjährige, der fähig und willens ist, dem Nikolaus eine E-Mail zu schicken, wird verstört fragen: "Und was ist mit E-Commerce?" Nein, so geht das wirklich nicht. Schließlich leben wir im 21. Jahrhundert. Jetzt muss selbst der Weihnachtsmann im Internet vertreten sein, jetzt muss auch eines der letzten Mysterien der kindlichen Vorstellungswelt in reale Web-Maßstäbe gezwängt werden.

Sollte Ihr Kind Sie zu Weihnachten fragen, wie das Christkind eigentlich auf die Erde kommt, gibt es nur eine zulässige Antwort: Durch´s Ozonloch. Frohes Fest!

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