Überstunden und Extrageld
Die Beweggründe der Busfahrer

Fast eine halbe Million Urlauber mussten am Wochenende auf den Balearen Ärger und stundenlange Wartezeiten in Kauf nehmen, weil ein paar Tausend Busfahrer streikten. Doch die Beweggründe der Busfahrer waren kaum jemandem klar. Selbst die Gewerkschaften schienen sie nicht begriffen zu haben.

dpa MADRID. Der Streik war ausgerufen worden, um eine Gehaltserhöhung von 17 % für drei Jahre durchzusetzen. Die Busunternehmen wollten nur 15 % zugestehen. Nach einem Streiktag stockten sie ihr Angebot auf 16,5 % auf, nach zwei Tagen gar auf 18 %. Die Gewerkschaften waren hoch zufrieden und wollten den Streik beenden. Doch die Fahrer schmetterten das Ergebnis ab und streikten weiter.

Der Hintergrund ist, dass die Busfahrer ein niedriges Grundgehalt von 1700 DM (900 ?) im Monat bekommen. Einen großen Teil ihres Geldes verdienen sie mit Überstunden in der Hochsaison. Im Winter gibt es kaum etwas zu tun, im Sommer sitzen die Fahrer fast Tag und Nacht hinter dem Steuer. Deshalb fordern die Streikenden, das Überstundengeld von 12,00 auf 16,50 DM anzuheben.

Offiziell sind den Fahrern 80 Überstunden im Jahr erlaubt. Manche räumen aber ein, bis zu 35 Überstunden in der Woche zu machen. Mit dem Streik wollen sie mindestens zwei freie Tage pro Woche durchsetzen. Auch wollen sie sich in ihrer Freizeit nicht ständig für Sondereinsätze bereit halten müssen. Die Überlastung in der Hochsaison gehe zu Lasten der Sicherheit, argumentieren sie.

Beim Überstundengeld und der Arbeitszeit kamen die Busunternehmen den Fahrern kaum entgegen. Sie verweisen darauf, dass die Chauffeure mit allen Zulagen schon jetzt auf einen Bruttolohn von 5310 DM im Monat kämen.

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