Übertragungen von 2000 Kilobit in der Sekunde möglich
Experte: UMTS-Handys zunächst langsamer als angekündigt

Der mobile Zugriff auf das Internet wird zu Beginn deutlich unter der höchst möglichen Geschwindigkeit bleiben, so die Meinung von Experten.

dpa-afx CANNES. Der mobile Zugriff auf das Internet über die neue UMTS-Technologie wird nach Expertenansicht zunächst deutlich langsamer sein als von den Anbietern versprochen. "Das werden zu Beginn nicht mehr als 128 Kilobit pro Sekunde sein, vielleicht sogar weniger", sagte Mobilfunkfachmann Nigel Deighton vom Marktforschungsunternehmen Gartner Group auf einem Symposium am Mittwoch in Cannes. Diese Geschwindigkeit entspricht dem Doppelten eines heutigen ISDN-Anschlusses, liegt aber deutlich unter früheren Angaben von mehreren hundert bis 2000 Kilobit in der Sekunde, die theoretisch erreicht werden können.

Auch der derzeit aufkommende Standard GPRS (General Packet Radio Service) werde von den Mobilfunkfirmen zunächst mit Geschwindigkeiten von nicht mehr als 28,8 Kilobit pro Sekunde statt theoretisch möglichen 150 Kilobit angeboten. Das entspricht einem Analogmodem an einem Festnetzanschluss. Auch wenn UMTS (Universal Mobile Telecommunication System) von 2002 an eingeführt wird, werde mindestens bis 2004 der bisherige Standard GSM (Global System for Mobile Communication) den Markt dominieren.

Die hohen Milliardengebühren, die europäische Anbieter für UMTS- Mobilfunklizenzen bezahlt haben, könnten nach Einschätzung des Marktforschungsunternehmens dazu führen, dass Europa bei der Verbreitung mobiler Dienstleistungen seine weltweite Führung verliert. Die Preise für UMTS-Dienstleistungen würden in den Ländern, die wie Deutschland die Lizenzen in teuren Auktionen vergeben haben, um bis zu 100 Prozent über den Gebühren in anderen Ländern liegen. Dies werde die Akzeptanz bei den Nutzern schmälern, sagte Deighton.

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