Übertragungsstandard PDF hat sich etabliert
SAP eröffnet Adobe neue Möglichkeiten

Das Softwarehaus Adobe mit seien elektronischen Übertragungsstandard PDF (Portabel Document Format) ist ein Phänomen: Die Kalifornier haben sich in den vergangenen zehn Jahren gegen den erbitterten Widerstand von Microsoft durchgesetzt. Jetzt ist Adobe mit PDF und dem dazugehörigen Programm Acrobat ein weiterer Durchbruch gelungen.

KÖLN. Das Walldorfer Softwarehaus SAP mit seiner Stärke bei betriebswirtschaftlichen Standardanwendungen hat die Vorteile von Adobes Acrobat erkannt und eine Zusammenarbeit vereinbart: Acrobat und PDF werden in mySAP.com, einem Paket aus Software und Serviceleistungen, eingegliedert.

"Mit SAP-Lösungen kann praktisch jeder Prozess im Unternehmen verwaltet werden", sagt Bruce Chizen, Präsident und CEO von Adobe auf der Adobe Acrobat Expo in Köln. Die große Herausforderung bestehe nun darin, die an Papier gebundenen Arbeitsprozesse zu beschleunigen. Das soll nun durch die Kooperation erreicht werden.

PDF ist de facto der Standard

Mittlerweile hat sich PDF praktisch als Standard für die Verteilung elektronischer Dokumente durchgesetzt. Es ist ein Dateiformat, das alle Schriften, Formatierungen, Farben und Grafiken jedes Ausgangsdokuments beibehält, unabhängig von der Anwendung und der Plattform, die zur Erstellung verwendet wurden. Hier kann PDF seine Vorteile ausspielen; denn jeder Benutzer kann eine PDF-Datei problemlos öffnen, er benötigt lediglich den kostenlosen Acrobat Reader. In PDF konvertierte Dokumente werden so angezeigt, wie sie tatsächlich erstellt wurden. Und sie lassen sich auf jedem Drucker wieder zu Papier bringen. Der Acrobat Reader war zunächst kostenpflichtig, dann änderte Adobe die Strategie - und hatte Erfolg: Seit 1995 wurde der Reader zum Lesen der PDF-Dateien mehr als 300 Millionen Mal kostenlos verteilt. Kostenpflichtig dagegen ist das Programm selbst, mit dem sich Adobe nun am Markt durchgesetzt hat.

Für Unternehmen, die überwiegend mit elektronischen Formularen arbeiten, bietet das Softwarehaus aus dem kalifornischen San Jose jetzt neue Lösungen. Gemeinsam mit der jüngst übernommenen kanadischen Accelio Corp. hat Adobe zahlreiche neue Sicherheitsfunktionen in Acrobat integriert, um Dokumente betriebsintern und über das Internet sicher austauschen zu können. Mit der neuen Version 5 lassen sich PDF-Dateien nun auch im Rich-Text-Format (RTF) speichern, um den Text anschließend leichter in andere Berichte einbauen zu können - was auch mit der Übernahme von Grafiken und Bildern funktioniert.

Digitale Unterschrift ist kein Problem

Selbst die digitale Unterschrift ist für PDF kein Problem mehr. Drittanbieter wie Entrust, VeriSign oder CIC werden eingeschaltet, um elektronische Signaturen in PDF-Dateien einzubinden. Neu in der Version 5 ist die Möglichkeit, Zertifikate direkt vom Programm aus per E-Mail bei Kollegen anzufordern oder mit ihnen auszutauschen. Dadurch wird eine PDF-Datei so gesichert, dass sie nur von befugten Personen geöffnet werden kann.

Für den PDF-Erfinder John Warnock wird die 1991 formulierte Vision eines elektronischen Papiers damit praktisch erst jetzt Wirklichkeit. Warnock sah sich die damals üblichen Faxe an und war der Überzeugung, dass die Übertragung von Dokumenten einfacher und schneller gehen müsse. Für Adobe ist Acrobat inzwischen eine wichtige Einnahmequelle. Mit einem Jahresumsatz von 1,2 Mrd. $ (2001) und weltweit 3 400 Mitarbeitern ist Adobe einer der größten Hersteller von PC-Software.

Quelle: Handelsblatt

Serviceangebote
Zur Startseite
-0%1%2%3%4%5%6%7%8%9%10%11%12%13%14%15%16%17%18%19%20%21%22%23%24%25%26%27%28%29%30%31%32%33%34%35%36%37%38%39%40%41%42%43%44%45%46%47%48%49%50%51%52%53%54%55%56%57%58%59%60%61%62%63%64%65%66%67%68%69%70%71%72%73%74%75%76%77%78%79%80%81%82%83%84%85%86%87%88%89%90%91%92%93%94%95%96%97%98%99%100%