Überwältigende Mehrheit
Bayer-Aktionäre lehnen Aufspaltung des Konzerns ab

Bayer-Chef Manfred Schneider hatte zuvor eindringlich vor einer Aufspaltung des 137 Jahre alten Traditionskonzerns gewarnt: `Die damit verbundenen Kosten und Risiken wären beträchtlich." Dagegen sei die erhoffte dauerhafte Wertsteigerung weitgehend Spekulation. Eine Aufspaltung biete `derzeit weder operative noch strategische Vorteile".

ap KÖLN. Nach Meinung von Schneider könne Bayer in allen Unternehmensbereichen auch in seiner gegenwärtigen Struktur profitables Wachstum in Höhe der jeweils führenden Wettbewerber erreichen. `Wir wollen unsere Anstrengungen auf dieses Ziel konzentrieren statt auf die Ausgliederungen oder Aufspaltungen, die per se keinen Beitrag zur Performance bringen, aber erheblichen Aufwand und Risiken verursachen", betonte Schneider unter dem Beifall zahlreicher Aktionäre.

Die Debatte über die künftige Struktur des Chemieriesen war vom New Yorker Investmenthaus Tweedy, Browne Fund ausgelöst worden, das auf der Hauptversammlungen einen Antrag auf eine Aufspaltung des Unternehmens in drei selbstständige Unternehmen mit Spezialisierung auf die Sparten Pharma, Chemie und Agrochemie stellte.

Unternehmen startet verhalten ins Jahr 2001

Die US-Investoren erhofften dadurch deutliche Gewinne für die Bayer-Aktionäre, da das Unternehmen zurzeit wegen seiner Mischstruktur von der Börse mit einem Konglomeratsabschlag von 25 Prozent oder mehr gehandelt werde. Der Pharmabereich allein sei als selbstständiges Unternehmen etwa so viel wert wie Bayer heute, argumentierten der Tweedy-Geschäftsführers Thomas Shrager auf der Hauptversammlung. Dennoch wurde der Antrag des Investmenthauses nur von 1,16 Prozent des anwesenden Kaptials unterstützt.

Schneider betonte, vor allem im immer wichtiger werdenden Pharma-Geschäft wolle der Konzern aus eigener Kraft ein Wachstum mindestens in Höhe des Weltmarktes schaffen und bei der Rendite in einem überschaubaren Zeitraum an die führenden Wettbewerber herankommen.

Allerdings verlief der Start des Chemieriesen ins neue Jahr verhalten. Zwar stieg der Umsatz im fortzuführenden Geschäft in den ersten drei Monaten um zehn Prozent auf 7,7 Milliarden Euro gestiegen. Doch sank der Konzerngewinn auch auf Grund höherer Restrukturierungskosten um 21 Prozent auf 442 Millionen Euro. Das operative Ergebnis im fortzuführenden Geschäft - also nach der Herausrechnung der Geschäftsbereiche Fasern und EC-Erdölchemie - verringerte sich im ersten Quartal um sieben Prozent auf 936 Millionen Euro. Insgesamt will Bayer dennoch im laufenden Jahr das Vorjahresergebnis in Höhe von 1,8 Milliarden Euro übertreffen. Allerdings sei vor allem die konjunkturelle Entwicklung in den USA mit Risiken behaftet.

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