Überwiegend abwartende Haltung der Anleger
Neuer Markt: Trotz freundlicher Nasdaq kaum verändert

In einem abwartenden Handel tendierte der Neue Markt am Mittwoch trotz der freundlichen Eröffnung der US-Technologiebörse Nasdaq kaum verändert. Im Blue-Chip-Index Nemax-50 ragte die erneut von Übernahmegerüchten getriebene Aktie der Brokat AG heraus, die mehr als die Hälfte ihres Wertes zulegte.

rtr FRANKFURT. "Insgesamt ist das Interesse aber dünn. Die Anleger sitzen auf ihren Positionen", sagte ein Händler. Der deutsche Wachstumsmarkt warte nach den starken Kursgewinnen der Vortage ab. Dabei kämen den US-Konjunkturindikatoren eine besondere Bedeutung zu. "Der Neue Markt könnte sehr empfindlich auf schlechte Daten reagieren, auch wenn noch keine Gewinnmitnahmen auf breiter Front erkennbar sind", sagte ein Händler. Am Mittwochnachmittag wurde der viel beachtete Einkaufmanagerindex veröffentlicht, der im Juli weiter rückläufig war.

Der alle Werte umfassende Nemax-All-Share-Index legte bis zum frühen Nachmittag 0,18 % auf 1292 Punkte zu. Der Auswahlindex Nemax50 kletterte um ein Prozent auf 1272 Zähler. Am Vortag hatten beide Indizes knapp drei Prozent zugelegt und sich damit den vierten Handelstag in Folge von den am vergangenenen Mittwoch markierten Tiefständen entfernt. Die Nasdaq eröffnete am Mittwochnachmittag mit einem Plus von knapp zwei Prozent auf 2063 Stellen.

Kursexplosion bei Brokat

Im Blickpunkt des deutschen Handels standen die Papiere der Brokat AG, die sich zeitweise um knapp 68 % auf 3,74 ? verteuerten. Weder der britische Mobilfunkbetreiber Vodafone noch der finanziell angeschlagene Softwarehersteller Brokat AG wollten am Mittwoch einen Magazinbericht kommentieren, nach dem Vodafone möglicherweise bei Brokat einsteigen wolle.

Die Aktien der Adva AG stiegen um rund acht Prozent auf 3,65 ?. Aktienhändler erklärten den Anstieg mit der allgemeinen Erholung des Marktes. In der kommenden Woche will der Netzwerkanbieter seine Zahlen für das dritte Quartal vorlegen. Deswegen seien auch einige spekulativ orientierte Institutionelle in der Aktie aktiv, hieß es.

Kaum verändert tendierten am Nachmittag die Anteilsscheine der Telekom-Tochter T-Online bei 9,00 ?. Der größte europäische Internet-Anbieter hat nach eigenen Angaben wegen geringerer Kosten im zweiten Quartal 2001 seinen Verlust gegenüber dem ersten Quartal reduziert. Unter anderem wirke sich die Abschaffung der verlustbringenden Pauschaltarifen bei Schmalband-Internetanschlüssen positiv aus. Der Verlust sei im zweiten Quartal ohne Berücksichtigung von Steuern, Zinsen, Abschreibungen und Amortisationen (Ebitda) auf 56,9 Mill. ? von 66,4 Mill. ? im ersten Quartal gefallen. Auch in den kommenden Quartalen sei mit einer weiteren Verbesserung des Ebitda zu rechnen.

Intershop unter Druck

Unter Abgabedruck standen die Papiere von Intershop, die knapp 16 % auf 3,53 ? einbüßten. Am Morgen hatte das Softwareunternehmen bekannt gegeben, im zweiten Quartal 2001 einen Umsatz von 22,0 (Vorjahreszeitraum 32,6) Mill. ? und einen Fehlbetrag von 28,3 Mill. ? nach einem Gewinn von 1,3 Mill. ? im Vorjahresquartal erzielt zu haben. Von Reuters befragte Analysten hatten durchschnittlich mit einem Umsatz von 23,7 Mill. ? und einem Verlust von 21,42 Mill. ? gerechnet. Händler sagten, es sei nicht erkennbar, wie das Unternehmen seinen Plan umsetzen wolle, bis zum Jahresende wieder schwarze Zahlen zu schreiben.

Insgesamt stiegen im Nemax-50 bis zum Nachmittag 22 Aktien, während sich 25 Titel in ihrem Wert verringerten.

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