Überzogene Rabatt-Aktion zwingt US-Pharmakonzern zur Revision
Bristol-Myers Squibb muss Bilanzen korrigieren

Auch die Ertragszahlen der zurückliegenden Quartale müssen damit neu berechnet werden. Davon sind nach Firmenangaben Gewinne von zusammen 0,6 $ je Aktie betroffen.

shf FRANKFURT/M. Die Börse zeigte sich von dieser Ankündigung relativ unbeeindruckt. Die BMS-Aktie, die im Laufe des Jahres mehr als die Hälte an Wert verloren hat, legte im frühen New Yorker Handel leicht zu.

Hintergrund der Probleme bei BMS ist eine aggressive Verkaufspolitik, mit deren Hilfe der Konzern im vorigen Jahr die Umsätze nach oben trieb. Durch überzogene Rabatte hatte Bristol-Myers Großhändler dazu veranlasst, besonders hohe Mengen des Diabetesmedikaments Glucophage und einiger anderer Medikamente abzunehmen, obwohl die Verkäufe an Endverbraucher bei weitem nicht so stark zulegten.

Da Glucophage zudem zu Jahresbeginn 2002 seinen Patentschutz verlor, folgte auf den künstlichen Umsatzschub ein drastischer Einbruch, unter dem auch Lizenzgeber Merck KGaA derzeit stark zu leiden hat.

Bereits vor einigen Wochen hatte die amerikanische Börsenaufsicht SEC eine formale Untersuchung gegen Bristol-Myers eingeleitet. Der Pharmakonzern begründet die geplante Revision der Bilanzen nun jedoch mit internen Untersuchungen und der Empfehlung des Bilanzprüfers Pricewaterhouse Coopers. Bristol-Myers ist damit ein weiteres Beispiel in einer langen Reihe von US-Unternehmen, die in den vergangenen Monaten ihre Bilanzen korrigieren mussten.

Wegen des abrupten Einbruchs bei Glucophage musste Bristol-Myers im laufenden Jahr bereits mehrfach seine Gewinnprognosen nach unten revidieren. Nach bisherigen Prognosen rechnet BMS für das Gesamtjahr nahezu mit einer Halbierung des Gewinns. Für das dritte Quartal meldete der Konzern gestern einen Umsatzrückgang von 12 % auf knapp 4,2 Mrd. $, wobei das US-Geschäft sogar um fast ein Drittel eingebrochen ist. Dabei sind die zu erwartenden Umbuchungen noch nicht berücksichtigt.

Der Nettogewinn erreichte mit 312 Mill. $ nur noch ein Viertel des Vorjahreswertes. Neben dem schwachen operativen Geschäft haben dazu weitere Abschreibungen auf das Engagement bei der Biotechfirma Imclone sowie Rückstellungen für die Schließung eines Forschungs-Zentrums beigetragen.

Quelle: Handelsblatt

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