UEFA Champions League
BVB ist für Wenger nicht der Rede wert

Im Fußball verstärkt der siegreiche Trainer einer wichtigen Partie nach dem Spiel im Nachhinein gerne die Leistung der eigenen Mannschaft, indem er den Gegner über den grünen Klee lobt. Doch Arsene Wenger, Coach von Arsenal London, machte gar nicht erst den Versuch, sich dieser Sitte anzuschließen.

Nach dem Champions-League-Spiel gegen Borussia Dortmund sprach er nur davon, dass sein Team einen Test bestanden habe, fußballerisch wie mental. Die Geduld der Mannschaft hatte dem Franzosen gefallen. Und dass der erstmals nach einer Verletzung eingesetzte Fredrik Ljungberg in der 77. Minute gleich das Tor zum 2:0-Endstand (zuvor hatte Bergkamp getroffen) schießen würde, nun ja: "Der Freddy ist eben ein Siegertyp." Moment mal, war da nicht noch was? Ach ja, der Gegner: "Es ist immer schwer, Deutsche zu schlagen."

Das Gerede von einem allzu starken Gegner hätte Wenger wohl an diesem Abend niemand abgenommen. Nicht nur, weil Arsenal in diesem Jahr endlich einmal weiter kommen will als bis zum Viertelfinale. Sondern auch, weil zwischen der laut BVB-Homepage "besten deutschen Auswärtself der vergangenen zweieinhalb Jahre" und einem der heimstärksten Teams in Europa eine riesige Lücke klaffte. Sicher, die Deutschen spielten ohne Christian Wörns und ohne Tomas Rosicky. Die Tore fielen spät und die Abwehr wirkte über weite Strecken sattelfest.

Doch was der auch in der Bundesliga mit vier Unentschieden in fünf Spielen fehlgestartete Meister ablieferte, war biedere Hausmannskost. Da verging auch Matthias Sammer der Appetit. Der Trainer zeigte einmal mehr, dass er trotz des Erfolgs in der vergangenen Saison nicht den Boden unter den Füßen verloren hat. Er deutete einen langjährigen "Lernprozess" an, an dessen Ende vielleicht der ganz große internationale Erfolg stehen könnte.

Anders als Wenger hielt sich Sammer an die Gepflogenheiten, auch wenn er der Verlierer war. Er lobte den starken und selbstbewussten Gegner, wohl auch, um seine Niederlage in etwas milderes Licht zu tauchen. Am kommenden Mittwoch gegen AJ Auxerre kann ja alles schon wieder freundlicher ausschauen. Vor allem dann, wenn die Stadt Dortmund - wie angekündigt - innerhalb einer Woche einen neuen Rasen im Westfalenstadion verlegt. Ein aufgebrachter Sammer hatte den Platz nach dem 1:1-Remis im Revierderby gegen Schalke 04 als "Kartoffelacker" bezeichnet.

Quelle: Handelsblatt

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