Uefa-Cup-Finale
Dortmund verliert in Rotterdam

Der Traum vom zweiten Titel innerhalb von vier Tagen ist für Borussia Dortmund nicht in Erfüllung gegangen. Nach dem Gewinn der Meisterschaft verpasste der Revierclub am Mittwochabend durch eine unglückliche 2:3 (0:2)-Niederlage im Finale gegen Feyenoord Rotterdam die einmalige Chance, durch den Gewinn des UEFA - Pokals die einzige noch fehlende internationale Trophäe nach Westfalen zu holen.

dpa ROTTERDAM. Vor 46 000 Zuschauern im ausverkauften Rotterdamer Stadion "De Kuip" waren für den nach einer Roten Karte für Jürgen Kohler dezimierten BVB die Tore durch Marcio Amoroso (47./Foulelfmeter) und Jan Koller (58.) zu wenig. Pierre van Hooijdonk (33.-Foulelfmeter/40.) und Jon Dahl Tomasson (50.) bescherten den Niederländern in einer im zweiten Durchgang hochklassigen Partie den zweiten UEFA-Cup-Triumph nach 1974.

Zur tragischen Figur des Finales, dessen Austragung wegen des Attentats auf den niederländischen Politiker Pim Fortuyn bis zum Dienstag fraglich gewesen war, wurde bei seinem letzten Auftritt im BVB-Trikot Kohler. Die Grätsche des 36-Jährigen, der nach der Saison zum Deutschen Fußball-Bund (DFB) wechselt, in der 31. Minute gegen Tomasson wurde von Schiedsrichter Melo Pereira aus Portugal als Notbremse bewertet und mit der Roten Karte geahndet. Ein ganz bitterer Abschied für den Team-Senior, der noch am Samstag nach dem Gewinn der deutschen Meisterschaft Tränen des Glücks vergossen hatte.

Mit der Niederlage verpasste die Borussia die Chance, als fünfter Club neben dem FC Barcelona, Ajax Amsterdam, Juventus Turin und dem FC Bayern München in den erlauchten Kreis jener Vereine aufzusteigen, die alle drei europäischen Trophäen in ihren Besitz brachten. Der Schlusspfiff im Stadion "De Kuip" war dennoch Startschuss für die Feier einer überaus erfolgreichen Saison. Bei der offiziellen Meisterfeier in Dortmund mit Autokorso und Empfang im Rathaus werden an diesem Donnerstag bis zu 500 000 Menschen erwartet.

Vier Tage nach dem Bundesliga-Finale verkauften sich die Westfalen in ihrem zweiten UEFA-Cup-Endspiel nach 1993 für ein Auswärtsspiel gut, schlugen sich aber durch zwei dumme Fouls letztendlich selbst. Das Defensiv-Konzept von Trainer Matthias Sammer mit einer Vierer-Kette ging nicht auf, weil die Borussen ihrem Gegner immer wieder die Chance gaben, seine Stärke bei Standardsituationen auszuspielen. Obwohl die von knapp 15.000 mitgereisten Fans unterstützten Schwarz-Gelben passabel nach vorne spielten, bekam Tomas Rosicky in der Schaltzentrale die Fäden nicht wie gewohnt in die Hand.

Dabei hatte die Borussia durchaus Chancen, um in der "Höhle des Löwen" in Führung zu gehen. In der 15. Minute setzte sich Rosicky im Feyenoord-Strafraum energisch durch, der Schuss des Tschechen bereitete Torhüter Edwin Zoetebier allerdings keine Probleme. Zwölf Minuten später hatte Evanilson nach einer brasilianischen Ballstafette mit Ewerthon die Führung auf dem Fuß, schoss aber über das Tor. Auch in Unterzahl lieferten die Borussen Kostproben ihrer Offensivstärke ab. So in der 38. Minute, als ein Schuss von Evanilson vor Überschreiten der Torlinie abgeblockt wurde.

Mit welcher Präzision van Hooijdonk Freistöße zu treten vermag, bekamen die Borussen erstmals in der 19. Minute zu spüren, als der 32-Jährige den Ball aus 35 Metern gegen den Pfosten jagte. BVB-Keeper Jens Lehmann zeigte bei dem Gewaltschuss über die Abwehrmauer hinweg keinerlei Reaktion. Die gleiche Ecke wählte van Hooijdonk fünf Minuten vor der Pause aus 18 Metern, nachdem Amoroso bei einer Abwehraktion ein Foul unterlaufen war. Und diesmal zielte der Niederländer besser, der mit einem vom Referee nicht geahndeten Ellbogenschlag gegen Dede (20.) Proteste der Dortmunder auslöste.

Noch einmal Hoffnung keimte im Lager der Westfalen auf, als Amoroso unmittelbar nach Wiederanpfiff im Strafraum von Patrick Paauwe von den Beinen geholt wurde. Der Brasilianer selbst trat zum Strafstoß an und verwandelte sicher. Doch bereits drei Minuten später stellte der Däne Tomasson den alten Abstand wieder her, nachdem die Dortmunder Abwehr vergeblich auf eine Abseitsstellung von van Hooijdonk spekuliert hatte. Der unermüdliche Einsatz des BVB, der in der zweiten Hälfte mit 10 Mann gegen 11 dominierte, wurde wenig später durch Kollers Sonntagsschuss aus 20 Metern zum 2:3 belohnt.

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