Uefa-Cup
Herthas Notelf schafft ein Unentschieden

Die Berliner erkämpften sich gegen Aberdeen im Uefa-Cup-Hinspiel ein 0:0. Trainer Huub Stevens war das jedoch zu wenig.

dpa ABERDEEN. Die viel beschworene Null hielt, doch Trainer Huub Stevens konnte sich nicht so recht darüber freuen. "Wir hätten ein Tor schießen müssen", ärgerte sich der Hertha-Trainer nach dem schwer erkämpften 0:0 im UEFA-Cup-Hinspiel der 1. Runde beim FC Aberdeen, der den Berlinern für das Rückspiel am 1. Oktober in der deutschen Hauptstadt alle Chancen eröffnet. Stevens erinnerte aber sofort daran: "Wenn dann Aberdeen ein Tor schießt, ist die Null nicht mehr so gut." Ohnehin ist Hertha gewarnt: Im Vorjahr kam Servette Genf mit dem selben Resultat nach Berlin und versetzte dort Hertha mit einem 3:0 den überraschenden K.o.-Schlag.

Dass die große kämpferische Leistung an der Ostküste Schottlands dem Trainer dann doch noch ein "großes Kompliment" entlockte, lag vor allem am Gesundheitszustand seiner Mannschaft. Praktisch mit dem allerletzten Aufgebot trat Hertha BSC im "Pittodrie Stadium" an. Gleich acht verletzte Stammkräfte waren zu Hause geblieben, vor dem Anpfiff kam mit Marko Rehmer (Fußblessur) noch ein Ausfall dazu. Für ihn rückte Amateur Alexander Madlung (20) in die Defensiv-Abteilung.

"Zumindest haben wir die Zweikämpfe angenommen", analysierte Hoeneß, der als eines der wichtigsten Saisonziele das Erreichen der 4. Cup-Runde ausgegeben hatte. Echte Tormöglichkeiten aber blieben Mangelware, weil verheißungsvolle Angriffe nicht bis zum Ende konzentriert ausgespielt wurden, Kopfbälle von Sverrisson (35.) und Luizao (38.) waren höchstens als "halbe Chance" zu werten.

Dennoch erzielte Hertha einen Treffer, als Pal Dardai seinen Mittelfeld-Kollegen Andreas Neuendorf wunderbar frei spielte. Aber als Verteidiger Kevin McNaughton, einziger aktueller schottischer Nationalspieler unter Berti Vogts, beim Rettungsversuch vor der Linie in den Rasen schlug, entschied Referee Esquinas Torres (Spanien) auf ein Foul von Bart Goor. "Das war ein klares Tor", klagte Stevens, der weiß, dass sein Team beim Rückspiel mit hoffentlich dann genesenem Personal besseren Fußball zeigen muss, um gegen den spielerisch nur noch zweitklassigen Europacup-Sieger von 1983 den Sack zuzubinden.

"Wir waren viel zu hektisch, haben zu schnell die Bälle verloren", monierte Ersatzkapitän Jolly Sverrisson - der eigentliche Spielführer Michael Preetz war wie Alves, Beinlich, Schmidt, van Burik, Nene, Simunic und Lapaczinski angeschlagen daheim geblieben. Kapitän Darren Young (6.) setzte das erste Signal für die Gastgeber, die angesichts von sechs sieglosen Punktspielen in Folge ihre Nervosität auch nicht verbergen konnten. Die größte Gefahr drohte Hertha-Keeper Gabor Kiraly nach einer Schlafeinlage von Michael Hartmann, doch der Ungar konnte einen Kopfball von Laurent D'Jaffo parieren (40.).

Im zweiten Durchgang behaupteten die Berliner zwar phasenweise besser den Ball, hielten das Geschehen weitgehend vom eigenen Tor fern. Doch Weltmeister Luizao fehlte als einsame Spitze die Unterstützung. Landsmann Marcelinho spielte glücklos. Auch das Verletzungspech blieb Hertha treu: Nach gut einer Stunde musste auch Rene Tretschok, ohnehin von einer Bronchitis geschwächt, angeschlagen vom Platz. "Aber es gibt für die kommenden Wochen Vertrauen, dass wir hier bestanden haben", verabschiedete sich Stevens aus Aberdeen.

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