Uefa-Cup letztmals im K.o.-System
Fünf deutsche Wackelkandidaten

Zahlenmäßig ist die Bundesliga mit der größten Fraktion im Uefa-Cup vertreten. Doch das könnte sich schnell ändern, denn das Quintett geht mit Sorgen in die erste Runde. Größtes Sorgenkind ist ausgerechnet der gestrauchelte Champions-League-Anwärter Borussia Dortmund.

HB HAMBURG. Das Team von Matthias Sammer ist aus deutscher Sicht vor dem Gastspiel am Mittwoch (20.40 Uhr/ZDF) bei Austria Wien Wackelkandidat Nummer 1. Denn die ohnehin gravierenden Personalprobleme des BVB nahmen am Dienstag nach den Ausfällen der erkrankten Tschechen Jan Koller (Lungenentzündung) und Tomas Rosicky (Blinddarm-Operation) beängstigende Züge an.

Dennoch forderte BVB-Präsident Gerd Niebaum beim österreichischen Meister, der von Joachim Löw trainiert wird, eine Initialzündung der B-Elf. "Unsere Profis sind dran, endlich wieder zu überzeugen", sagte der Clubchef, nachdem die unsägliche Diskussion um eine Gehaltsumwandlung beigelegt wurde. "Die Spieler müssen den Uefa-Cup als Chance begreifen, wieder zu einem schlüssigen Rezept zu kommen und Selbstbewusstsein zu tanken", forderte Niebaum weiter. Allerdings fehlen dem BVB zehn Spieler wegen Verletzung oder Erkrankung.

Während für die Dortmunder im 48 000 Zuschauer fassenden Ernst- Happel-Stadion bereits ein Unentschieden eine gute Ausgangsposition wäre, will Hertha BSC am Mittwoch (17.30 Uhr) gegen den polnischen Nobody Groclin Grodzisk mit einem klaren Heimsieg den Grundstein zum Weiterkommen setzen. "Der Sieg - der kommt", versprach Trainer Huub Stevens, dessen Team als einziger Bundesligist noch kein Erfolgserlebnis aufweisen kann.

Einen Misserfolg wird der ohnehin skeptisch beäugte Stevens auch mit dem Ausfall von fünf Spielern, unter anderen Marcelinho, Dardai und Rehmer - nicht erklären können. Zu eindeutig sind in der öffentlichen Meinung die Rollen verteilt. Schließlich beträgt das Budget des Provinzvereins aus dem 12 000 Einwohner zählenden Städtchen Grodzisk gerade einmal ein Zehntel des Hertha-Etats.

Von Revanchegelüsten begleitet, empfängt der 1. FC Kaiserslautern am Mittwoch (18.15 Uhr) den tschechischen Vertreter FK Teplice. Im vergangenen Jahr gingen die Pfälzer im UI-Cup mit 0:4 in der nordböhmischen Kleinstadt unter und leiteten damit die Demission von Trainer Andreas Brehme ein. Dessen Nachfolger Erik Gerets sitzt seit dem 3:1-Befreiungsschlag am Sonntag bei Eintracht Frankfurt zumindest vorübergehend wieder etwas sicherer im Sattel.

Nun hofft der Belgier, dass nach drei sieglosen Bundesliga- Heimspielen endlich auch auf dem mit vermutlich nur 15 000 Zuschauern besetzten Betzenberg der Knoten platzt. "Wir haben jede Menge Selbstvertrauen getankt. Ich hoffe und erwarte, dass wir zu Null spielen und selbst ein, zwei Tore machen", sagte Gerets.

Der Hamburger SV (gegen Dnjepr Dnjepropetrowsk) und der FC Schalke 04 (bei Kamen Ingrad) nehmen ihre Auftakthürden erst am Donnerstag in Angriff. Neben der Bundesliga - in der Champions League mit zwei Teilnehmern nur Mitläufer - sind nur England und Dänemark noch mit jeweils fünf Teams vertreten. An prominenten Namen mangelt es nicht. Wie Borussia Dortmund müssen sich auch der FC Barcelona, FC Liverpool, AS Rom und FC Valencia nach verpasster Champions League mit dem internationalen Trostpflaster begnügen.

Dabei geht es zum letzten Mal von Beginn bis zum Finale im K.o.- System um Alles oder Nichts, ehe im nächsten Jahr die Reform in Kraft tritt. Dann werden nach einer ersten Ausscheidungsrunde acht Fünfer- Gruppen gebildet, aus denen sich jeweils die ersten drei Mannschaften gemeinsam mit den acht Gruppendritten der Champions League für die folgende K.o.-Runde qualifizieren.

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