„UEFA-Cup-Teilnahme ist Pflicht“
Assauer setzt Schalker unter Erfolgsdruck

Rudi Assauer erhöht den Druck auf die Profis des FC Schalke 04. Sollte der Fußball-Bundesligist die Qualifikation für einen internationalen Wettbewerb verpassen, müssen die Spieler mit Gehaltseinbußen rechnen. "Mit diesem Kader ist der UEFA-Cup-Platz Pflicht. Ich erwarte, dass wir unter die ersten Fünf kommen. Wenn wir das nicht schaffen, müssen wir über Kürzungen der Spielergehälter reden", sagte der Schalke-Manager in einem dpa-Gespräch.

HB/dpa GELSENKIRCHEN. Assauer ist sicher, "dass ich damit auf Verständnis bei den Profis stoße". Nach dem Abrutschen auf den 6. Platz zieht der 58-Jährige die Zügel stramm. Die durch Disziplinlosigkeiten, die Feldverweise für Anibal Matellan (Rot/drei Spiele Sperre) und Christian Poulsen (Gelb- Rot) zur Folge hatten, selbst verschuldete 1:3-Niederlage beim Hamburger SV hat Spuren hinterlassen. Trainer Frank Neubarth und Assauer zeigen ein gewisses Verständnis für das dünne Nervenkostüm ihrer Spieler, die sich laut Assauer"seit Wochen durch Schiedsrichter-Fehlentscheidungen benachteiligt fühlen".

Dennoch könne er derlei Ausraster nicht dulden, weil der sportliche Erfolg gefährdet werde und finanzielle Einbußen zu befürchten seien. Ungewohnt scharf bezeichnete er die Tätlichkeit Matellans und das Verhalten Poulsens als "widerlich aggressiv". Den beiden will er ebenso an den Geldbeutel gehen wie Victor Agali (Rot im Derby gegen BVB): "Alle werden happige Geldstrafen bekommen." Schalke hat 19 Punkte Rückstand auf Liga-Primus Bayern München, acht Zähler auf Borussia Dortmund und den VfB Stuttgart, die zurzeit die zwei weiteren Champions-League-Ränge besetzen. Sogar Hamburg und die vom ehemaligen Schalke-Coach Huub Stevens trainierte Hertha aus Berlin sind an den "Knappen" vorbei gezogen, die im UEFA-Cup früh scheiterten, im DFB-Pokal als Cupverteidiger nicht mehr dabei sind und in der Bundesliga eine so schwache Heimbilanz (erst 4 Siege) wie selten zuvor aufweisen.

Keine Diskussion um Trainer

Zwar ist die durch Verletzungspech und interne Querelen (Böhme- Suspendierung/Rost-Kritik) geprägte Saison noch nicht gänzlich verpatzt, aber Assauer verliert allmählich die Geduld: "Alles, was negativ laufen kann, läuft im Moment negativ. Es wird Zeit, dass sich Mannschaft und Trainer finden. Wir brauchen Erfolge. Im Heimspiel am Samstag gegen 1860 München ist ein Sieg Pflicht."

Der Manager stärkt dem Trainer den Rücken. "Es ist sein erster Profijob. Er hängt sich voll rein und will erfolgreich arbeiten. Es gibt bei uns überhaupt kein Theater um ihn. Aber natürlich haben alle Druck", sagte Assauer, der sich von Pfiffen gegen Neubarth nicht beeinflussen lässt: "Wenn irgendwelche Fans ihren Unmut äußern, interessiert mich das nicht."

Neubarth weiß, dass "letztlich alles am Erfolg gemessen wird". Die Pfiffe der Fans lassen ihn nicht kalt. "Natürlich sind die Pfiffe nicht schön. Ich bin ja auch nur ein Mensch", sagt der 40-Jährige. Um das erklärte Ziel in den verbleibenden neun Spielen zu erreichen, müssten alle Kräfte gebündelt werden. "Die Kommunikation im Team ist völlig okay", versichert Neubarth.

Gegen die "Löwen" muss Neubarth wegen "riesiger Abwehrprobleme" improvisieren. Niels Oude Kamphuis und Nico van Kerckhoven sind verletzt, Matellan und Poulsen gesperrt. Dario Rodriguez ist wegen "Integrationsproblemen" zwar ein Risiko, muss aber wohl spielen. Hinzu kommt der Ausfall von Gustavo Varela (Innenbandanriss). Immerhin kehrt Tomasz Hajto nach einer Sperre zurück, und auch in der Offensive kündigt sich Entspannung an. Andreas Möller und Emile Mpenza absolvierten erste Trainingseinheiten nach ihren Verletzungen, Agalis Rot-Sperre ist abgelaufen.

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