Uefa-Cup
Uefa-Cup-Finale nach Mord an Fortuyn gefährdet

Nach der Ermordung des rechtspopulistischen Politikers Pim Fortuyn erwägt Uefa-Cup-Finalist Feyenoord Rotterdam, die Europäische Fußball-Union (Uefa) um die Verlegung des Endspielduells am Mittwoch (20.45 Uhr) mit dem deutschen Meister Borussia Dortmund zu bitten.

sid,dpa ROTTERDAM. "Wir sind im Augenblick nicht in der Lage, über das Spiel zu sprechen. Das ist jetzt absolut zweitrangig", erklärte der Feyenoord-Präsident Jorien van den Herik. Der Vereinsvorstand hatte am Montagmorgen im Stadion De Kuip wenige Stunden vor dem gewaltsamen Tod des Politikers eine Stunde lang mit dem Spitzenkandidaten der "Liste Pim Fortuyn" über die Sicherheitssituation in den Fußball-Stadien diskutiert. "Wir wollten seine Standpunkte zu Sicherheitsthemen kennenlernen. Darum hatten wir ihn eingeladen", fügte van den Herik hinzu.

Im März hatte Fortuyns Partei bei den Kommunalwahlen auf Anhieb die Mehrheit im Rotterdamer Stadtrat erobert. Fortuyn besuchte regelmäßig Meisterschaftsspiele von Feyenoord in De Kuip. Dem Uefa-Cup-Finale wollte der 54-Jährige aus Sicherheitsgründen nicht beiwohnen. "Er erzählte uns, dass er Drohungen erhalten habe und deshalb die nächsten zwei Nächte nicht in seinem Rotterdamer Haus verbringen wollte", berichtete Feyenoord-Manager Jan D. Swart. Nach Angaben von van den Herik werde der Vorstand im Laufe des Dienstagnachmittags eine Entscheidung über die Spielbereitschaft fällen. Auch über eine Absage der bei einem eventuellen Feyenoord-Sieg für Donnerstag geplanten Siegesfeier vor dem Rotterdamer Rathaus hat der Klub noch keine Entscheidung getroffen.

Hooligans aus Den Haag beteiligten sich in der Nacht zum Dienstag an den Krawallen in der Innenstadt von Den Haag. Dabei wurden mehrere Menschen verletzt. In einigen Geschäftsstrassen schlugen die Hooligans Schaufensterscheiben ein. Ähnliche Ausschreitungen fürchtet auch die Stadtverwaltung von Rotterdam. In der Nacht blieb es in der Hafenstadt allerdings ruhig. Vor dem Rathaus bildeten sich lange Schlangen von wartenden Menschen, die sich in die Kondolenzlisten eintrugen. Das Rathaus blieb für die Trauernden die ganze Nacht geöffnet.

Rotterdams Bürgermeister Ivo Opstelten will noch am Dienstag entscheiden, ob das Endspiel wie geplant am Mittwochabend im Stadion "De Kuip" ausgespielt wird. Opstelten werde sich mit der Führung der Polizei und der Justiz beraten, bestätigte ein Sprecher der Stadtverwaltung am Dienstag. Dem Rotterdamer Stadtoberhaupt steht nach niederländischem Recht die letzte Entscheidung zu. Nach dem Willen der Europäischen Fußball- Union (UEFA) sollte das Finale trotz des Anschlags stattfinden.

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