Uefa sorgt sich um EM und TV-Rechte
Schalke macht Rennen um Champions-League-Finale

Die Arena "AufSchalke" ist 2004 Schauplatz des Endspiels der Champions League - Berlin und Hamburg schauen damit für mindestens zwei Jahre in die Röhre. Das Exekutiv-Komitee der Europäischen Fußball-Union (Uefa) sprach sich am Mittwoch in Rom einstimmig für das 52 500 Zuschauer fassende Stadion in Gelsenkirchen aus und folgte damit der Bewertungskommission.

HB/dpa ROM. Diese hatte die Heimstätte des FC Schalke 04 als beste Bewerbung eingestuft. Mitkonkurrenten waren zudem Madrid, Amsterdam und Moskau. Hamburg und Berlin verloren auch das Rennen um das Uefa-Cup-Finale, das in Göteborg ausgetragen wird.

"Schalke war von den Inspektoren empfohlen worden, und dieser Empfehlung ist man gefolgt", berichtete DFB-Präsident Gerhard Mayer- Vorfelder nach der viereinhalb Stunden dauernden Sitzung. "Es war das beste Stadion, das zur Verfügung stand", ergänzte Uefa-Generaldirektor Gerhard Aigner, der am Rande der Sitzung seinen Rücktritt zum Jahresende und den Wechsel in den Vorruhestand angekündigt hatte.

Die Entscheidung über die Europacup-Endspielorte 2005 vertagte das Gremium auf Dezember. Die Hamburger AOL-Arena und das Berliner Olympiastadion, in dem die Renovierungsarbeiten ohnehin erst Ende des nächsten Jahres abgeschlossen sind, können aber wegen geographischer Richtlinien des Verbandes frühestens 2006 ein Europacup-Finale ausrichten. Deutschland war zuletzt 1997 Schauplatz eines Champions- League-Endspiels, als sich Borussia Dortmund in München gegen Juventus Turin mit 3:1 durchsetzte.

Am Vortag der Uefa-Vollversammlung zog die Exekutive in Rom eine positive Bilanz des abgelaufenen Geschäftsjahres, verband diese aber mit sorgenvollen Blicken in die Zukunft. Bei den Vorbereitungen auf die Europameisterschaften im nächsten Jahr in Portugal liegt man nicht im Zeitplan, die Verhandlungen mit den Fernsehsendern für die Rechte an der Champions League sind ins Stocken geraten. "Die TV- Verhandlungen gestalten sich nicht so einfach, vor allem in den großen Märkten Deutschland, Spanien und Italien", berichtete Mayer- Vorfelder. Uefa-Präsident Lennart Johansson (Schweden) musste einräumen, dass man nicht sicher sei, ob der angestrebte Gesamterlös von 850 Mill. Franken realisierbar ist. Möglicherweise erreiche man nicht einmal 800 Mill. Franken, so ein Sitzungsteilnehmer.

Heftige Diskussionen mit Mayer-Vorfelder im Zentrum löste in der Exekutive die Frage auf, ob die Teilnehmerzahl bei der Weltmeisterschaft 2006 in Deutschland kurzfristig von 32 auf 36 Mannschaften aufgestockt werden soll. Einen entsprechenden Vorschlag hatte der südamerikanische Verband unterbreitet und dabei Europa zwei zusätzliche Startplätze in Aussicht gestellt. Mayer-Vorfelder untermauerte zwar die Bereitschaft und die Fähigkeit des deutschen WM-OK, 70 statt wie bisher vorgesehen 64 Spiele auszurichten. Zugleich stellte der DFB-Präsident den Sinn aber in Frage: "Es gibt beachtliche Argumente dagegen, zum Beispiel den Modus bei neun Gruppen."

In einem Spitzentreffen mit Fifa-Präsident Joseph Blatter wollen Europas Fifa-Exekutivmitglieder eine gütliche Einigung erzielen. Diese dürfte so aussehen, dass alles bleibt wie gehabt. Den ersten Schritt dazu will aber niemand machen, wie Mayer-Vorfelder erklärte: "Niemand möchte den Schwarzen Peter haben."

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