Uefa zwingt ZDF zu Riesenflop
Traumquote für die ARD

Während das Erste beim K.o-Spiel der Deutschen gegen Tschechien die höchste Einschaltquote des Jahres verzeichnen konnte, sendete das ZDF das Parallel-Spiel der Niederänder fast unter Ausschluss der Öffentlichkeit.

HB HANNOVER. Durchschnittlich 24,05 Millionen Zuschauer (Marktateil: 69,3 %) verfolgten das Spiel der Deutschen in der ARD, während es beim "Zweiten" das mit Abstand schlechteste Ergebnis eines EM-Spiels überhaupt gab - das Match der Niederländer schauten nur 0,84 Millionen Menschen (2,4 %).

"Das war zu erwarten", sagte ZDF-Teamchef Dieter Gruschwitz am Donnerstag. Sein Sender hatte allerdings keine andere Wahl, denn die Uefa hatte den Flop erzwungen und bei den Vertragsverhandlungen darauf bestanden, dass alle 31 EM-Spiele live in einem Hauptprogramm übertragen werden. "Wir konnten gar nicht anders", erklärte Gruschwitz. Fast schon resigniert hatte Moderator Michael Steinbrecher am Mittwochabend gesagt: "Vielleicht wollen ja einige gar nicht den Kitzel des deutschen Spiels erleben."

Zufrieden durfte die ARD sein. Ihre Sendung verpasste nur knapp um 0,11 Millionen den Sprung in die Top Ten der meistgesehen Fußballspiele seit Beginn der Quotenmessung im Jahr 1985. Insgesamt sind aber beide Sender mit den erzwungenen Parallel-Übertragungen der letzten vier Vorrunden-Spieltage zufrieden. "An den anderen Tagen ist das aufgegangen", sagte Gruschwitz. So hatten am Dienstag bei Italien - Bulgarien 7,27 Millionen zugeschaut und gleichzeitig bei Schweden - Dänemark 7,0. "Das Interesse bei Spielen ohne Deutschland ist erfreulicherweise sehr hoch", kommentierte ARD-Teamchef Heribert Faßbender. Deshalb rechnet er auch nicht mit einem Einbruch durch das Ausscheiden der deutschen Mannschaft.

Während das ZDF am Mittwoch die Tore vom Deutschland-Spiel wenige Sekunden später einspielte, verzichtete die ARD zur Überraschung vieler Zuschauer darauf, die Tore der Niederländer kurz zu zeigen. "Wir hätten das gedurft, aber wir wollten auf keinen Fall etwas Wichtiges verpassen", erklärte ARD-Teamchef Faßbender: "Es wäre doch der schlimmste Fall gewesen, wenn während einer Einblendung vom Holland-Spiel bei den Deutschen ein Tor gefallen wäre."

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