Ullstein Heyne List gehört zur Familie
Springer gewährt Buchgeschäft Galgenfrist

Der Axel Springer Verlag will nach den Worten von Vorstandschef Mathias Döpfner seine defizitäre Buchsparte verkaufen, falls sich das Geschäft nicht in einer "angemessenen Zeit" sanieren lässt.

Reuters MÜNCHEN. "Sollte es danach den Konzern weiterhin belasten, werden wir es verkaufen", sagte Döpfner in einem am Montag veröffentlichten Interview mit der "Financial Times Deutschland". Bisher verliefen die Sanierungsergebnisse aber zufrieden stellend. "Das Buchgeschäft gehört nicht ins Zentrum unseres Kerngeschäfts. Es ist aber traditionell ein sinnvoller Bestandteil unserer Aktivitäten." Das Buchgeschäft von Springer ist in der Gruppe "Ullstein Heyne List" gebündelt, die im vergangenen Jahr einen operativen Verlust von 46 Mill. ? verzeichnet hatte.

Döpfner wiederholte frühere Aussagen, wonach der Konzern, der 2001 mit 198 Mill. ? den ersten Verlust seiner 50-jährigen Unternehmensgeschichte verbucht hatte, im laufenden Jahr wieder schwarze Zahlen schreiben könnte. Daher schaue sich der Verlag, der zusammen mit dem Hamburger Bauer Verlag eine Bietergruppe für die Übernahme der insolventen KirchMedia bilden will, auch nach weiteren Expansionsmöglichkeiten um. "Ich bin zuversichtlich, dass wir dieses Jahr so schnell mit dem Turnaround vorankommen, dass wir noch in der Situation der allgemeinen Kaufelegenheiten erfolgreich expandieren können", sagte er. Übernahmeziele seien vor allem Magazinverlage in Mittel- und Osteuropa. Den Kreditspielraum bezifferte Döpfner der "FTD" zufolge mit 600 bis 700 Mill. ?.

Zur Gründung eines Konsortiums für die Übernahme von der Rechtehandels- und TV-Gesellschaft KirchMedia hat der Springer Verlag Döpfner zufolge mit mehreren möglichen Partnern gesprochen, unter anderem mit dem US-Konzern Viacom und dem amerikanischen Milliardär Haim Saban. Ob es zu einem Gebot kommt, hänge von der Prüfung der Zahlen bei KirchMedia ab und davon, ob "die Zeit reicht", sagte Döpfner der Zeitung. Nach den Plänen von KirchMedia sollen die Angebote bis Ende Juli eingereicht werden, über die dann eine Gläubigerversammlung am 1. August entscheiden soll. Der Zeitplan gilt bei mehreren Interessenten als ehrgeizig.

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