Ulrike Flach dementiert Unterstellungen
FDP-Flugblattaffäre zieht größere Kreise

Die Affäre zieht die nordrhein-westfälische FDP in immer stärkere Turbulenzen. Führende Vertreter der Partei reagierten jetzt schockiert auf die Nachricht, dass die designierte Parteichefin Flach früher als bisher bekannt Hinweise auf die Flugblatt-Aktion Möllemanns gehabt haben soll.

ddp. DÜSSELDORF/KÖLN. "Ich bin wie vom Donner gerührt", sagte Vorstandsmitglied Detlef Parr. "In allen Gesprächen, die wir geführt haben, war nicht im Ansatz erkennbar, dass irgendetwas bekannt war innerhalb des Landesvorstandes."

Nach Informationen des "Kölner Stadt-Anzeiger" soll von Möllemanns Flugblatt-Aktion mit Ausnahme des stellvertretenden Landesvorsitzenden Andreas Pinkwart der gesamte geschäftsführende Landesvorstand der NRW-FDP gewusst haben. Flach verwahrte sich gegen Darstellungen, sie sei Mitwisserin gewesen. "Es ist eine bewusst falsche Darstellung zu behaupten, ich sei eingeweiht gewesen", sagte sie.

Möllemann soll Gran Canaria verlassen haben

Der Bundesschatzmeister der Partei, Günter Rexrodt, hat angekündigt, dass am Dienstag eine Auskunftsklage der Bundespartei gegen Möllemann auf den Weg gebracht werden soll, um die Namen der Spender für das umstrittene Flugblatt zu erfahren. Möllemann hatte zuvor ein Ultimatum der Bundespartei verstreichen lassen, bis zu der er sich freiwillig offenbaren sollte. Er soll inzwischen seinen Erholungsurlaub auf Gran Canaria abgebrochen und die Insel mit unbekanntem Ziel verlassen haben. Wie die "Bild"-Zeitung meldet, will der an Herzrhythmusstörungen Leidende jetzt eine Kur antreten.

Indessen wartet angeblich eine neue Herausforderung auf Möllemann. Nach Informationen des "Reutlinger General-Anzeiger" plant der parteilose NRW-Landtagsabgeordnete Jamal Karsli die Gründung einer neuen Partei. Diese solle "den Liberalismus vertreten und dabei eine entstandene Lücke in der deutschen Parteienlandschaft nutzen", wird Karsli von der Zeitung zitiert. Er habe Möllemann, mit dem ihn ein "enger und freundschaftlicher Kontakt verbinde", aufgefordert, mit ihm die Gründung dieser neuen Partei in die Wege zu leiten.

Karsli, der ehemals Mitglied der Grünen war, hatte zuletzt von sich Reden gemacht, indem er Israel "Nazi-Methoden" gegenüber den Palästinensern vorwarf. Der damalige nordrhein-westfälische FDP-Fraktionsvorsitzende Möllemann hatte Karsli in die Landtagsfraktion gebracht. Nach heftiger öffentlicher Kritik wegen der antiisraelischen Äußerung verließ Karsli die Fraktion wieder.

Serviceangebote
Zur Startseite
-0%1%2%3%4%5%6%7%8%9%10%11%12%13%14%15%16%17%18%19%20%21%22%23%24%25%26%27%28%29%30%31%32%33%34%35%36%37%38%39%40%41%42%43%44%45%46%47%48%49%50%51%52%53%54%55%56%57%58%59%60%61%62%63%64%65%66%67%68%69%70%71%72%73%74%75%76%77%78%79%80%81%82%83%84%85%86%87%88%89%90%91%92%93%94%95%96%97%98%99%100%