Ultimative Bedingungen an Arafat
Peres fordert: Ende der Terrorangriffe auf Israel

Jassir Arafat will bei den für Sonntag erwarteten Gesprächen mit dem israelischen Außenminister Schimon Peres nur in Anwesenheit eines europäischen Vermittlers verhandeln. Peres stellt ebenfalls Anforderungen an den Palästinenserpräsidenten.

dpa TEL AVIV/RAMALLAH. Der israelische Außenminister Schimon Peres hat Palästinenserpräsident Jassir Arafat ultimative Bedingungen für ein am Sonntag geplantes Treffen gestellt. Er forderte ihn auf, zuvor "ein Ende aller Terrorangriffe auf Israel" anzuordnen, berichtete der israelische Rundfunk am Freitag. Der Außenminister selbst ist wegen des geplanten Treffens unter starken Druck von rechtsgerichteten Ministern der Regierung Ariel Scharon geraten. Postminister Ruven Rivlin sagte am Freitag, Scharon sei gegen das seit Wochen angestrebte Treffen; die Regierung werde es deshalb am Sonntag stoppen. Polizeiminister Usi Landau forderte Scharon ebenfalls auf, die Begegnung zu verhindern.

Unklar war zunächst, ob Arafat die ultimativen Forderungen von Peres akzeptiert. Ein palästinensischer Sprecher bestätigte am Freitag den Termin für das Treffen. Nach israelischen Berichten wollten sich beide Politiker ursprünglich auf dem Flughafen von Gaza treffen.

Ungeachtet der Bemühungen um einen neuen Dialog setzte die israelische Armee am Freitag den Beschuss von Gebäuden der palästinensischen Autonomiebehörde in der Stadt Dschenin im Westjordanland fort. Seit Beginn der israelischen Offensive im Westjordanland vor einer Woche wurden mindestens 17 Palästinenser getötet.

Arafat forderte inzwischen, dass bei dem angestrebten Gespräch mit Peres ein europäischer Vermittler anwesend sein müssten. Wie die Tageszeitung "Haaretz" berichtete, bestehe Arafat auf einem unabhängigen Zeugen, falls bei dem Treffen Vereinbarungen getroffen werden sollten. Im Gespräch seien entweder der EU-Beauftragte für Außenpolitik, Javier Solana, oder der EU-Gesandte für Nahost, Miguel Moratinos.

Peres hatte am Donnerstag zu erkennen gegeben, dass er sich möglicherweise noch vor Beginn des jüdischen Neujahrsfests, das am Montagabend beginnt, mit Arafat trifft, um über die Umsetzung der im Juni vereinbarten Waffenruhe und Verbesserungen der Lebensbedingungen für die Palästinenser gehen soll

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Israelische Panzer setzten am Freitag den Beschuss von Zielen in der autonomen Stadt Dschenin im Norden des Westjordanlands fort. Nach palästinensischen Angaben feuerten sie auf Gebäude der Autonomiebehörde neben dem bereits vor einer Woche zerstörten Hauptquartier der Polizei. Die Gebäude wurden den Angaben zufolge stark beschädigt. Gleichzeitig verstärkte die Armee ihre Truppen um die Städte Tulkarem, El Bireh, Kalkilia und den Ort Salfit. Im Gazastreifen feuerten militante Palästinenser am Freitag sechs Mörsergranaten auf den Grenzübergang Eres und die jüdische Siedlung Gusch Katif. Dabei wurde jedoch niemand verletzt.

Der frühere palästinensische Chefunterhändler Sajeb Erekat warf Israel inzwischen vor, seit den Terroranschlägen am Dienstag in New York und Washington eine militärische Offensive gegen die Palästinenser zu führen. Die Armee war am Donnerstag erstmals in die autonome Stadt Jericho eingedrungen.

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