Ultimatum bis Mitternacht
Babcock unmittelbar vor der Insolvenz

Der finanziell angeschlagene Babcock-Konzern kann seine Insolvenz nach Einschätzung von Bankenkreisen kaum noch verhindern. Auch ein für Mittwoch angesetztes Treffen der Kernbanken beim nordrhein-westfälischen Ministerpräsidenten Wolfgang Clement dürfte daran nicht viel ändern, hieß es am Dienstag von Belegschaftsseite.

rtr DüSSELDORF. In den Gesprächen der drei Frankfurter Großbanken Deutsche Bank, Dresdner Bank und Commerzbank sowie der Düsseldorfer WestLB gab es den Angaben zufolge am Dienstagmittag keinen neuen Sachstand. Angesichts des bevorstehenden Fristablaufs für die Zahlung der Juni-Gehälter wurde dies als Vorentscheidung gegen eine Rettung durch Sanierung gewertet.

Betriebsrat und Vorstand hatten in der vorigen Woche die Frist für die Zahlung der fälligen Gehälter um knapp eine Woche auf den 3. Juli verlängert. Ein Babcock-Sprecher erklärte, das Insolvenzrecht kenne keinen "haargenauen Termin". Er reichte aus, bis morgen rechtsverbindliche Zusagen über die nötigen Gelder zu bekommen.

Nach Einschätzung der IG-Metall-Sekretärin Hannelore Elze läuft das Ultimatum aber um Mitternacht aus. Es seien bislang keine Fortschritte erkennbar, sagte Elze, die auch im Babcock-Aufsichtsrat sitzt.

Am Dienstagmittag zogen mehrere tausend Babcock-Beschäftigte vor den Düsseldorfer Landtag, um für die Sanierung ihres Traditionsunternehmens und gegen eine mögliche Zerschlagung zu demonstrieren. Die IG Metall rief den Ministerpräsidenten auf, das Sanierungskonzept für Babcock mit einer Landesbürgschaft zu sichern, um Arbeitsplätze zu erhalten. Bislang hat die Staatskanzlei eine solche Hilfe ausgeschlossen.

Vertreter des Babcock-Betriebssrates trafen sich unterdessen nach eigenen Angaben in Berlin mit Vertretern des Bundeswirtschaftsministeriums, um über Hilfen zu reden.

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