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Ultimatum für französische Geiseln im Irak verlängert

Die Entführer der beiden französischen Journalisten im Irak haben nach Angaben des arabischen Fernsehsenders El Dschasira ihr Ultimatum an die französische Regierung um 24 Stunden verlängert.

dpa PARIS/KAIRO/BAGDAD. Die Entführer der beiden französischen Journalisten im Irak haben nach Angaben des arabischen Fernsehsenders El Dschasira ihr Ultimatum an die französische Regierung um 24 Stunden verlängert.

Die radikalislamischen Entführer hatten gedroht, die Journalisten Georges Malbrunot und Christian Chesnot zu ermorden, sollte das Kopftuchverbot an französischen Schulen nicht bis Dienstagabend aufgehoben werden. In einem von El Dschasira ausgestrahlten Video riefen die Entführten Staatspräsident Jacques Chirac auf, das Gesetz rückgängig zu machen.

Unterdessen wird die Forderung nach Freilassung der beiden im Irak entführten Franzosen von immer mehr Staaten Europas und Vertretern der islamischen Welt unterstützt. Der russische Präsident Wladimir Putin und Bundeskanzler Gerhard Schröder sicherten dem französischen Präsidenten Jacques Chirac bei einem Treffen in Sotschi am Schwarzen Meer ihre vorbehaltlose Unterstützung zu. Bundesaußenminister Joschka Fischer wollte am Nachmittag seinen französischen Amtskollegen Michel Barnier in Ägypten treffen und ihm die "uneingeschränkte Solidarität" Deutschlands versichern.

Präsident Chirac appellierte an die Geiselnehmer, die Journalisten freizulassen. Frankreich werde sich im Kopftuch-Streit durch die Morddrohung nicht erpressen lassen. Der Präsident der Vereinigung der islamischen Organisationen in Frankreich, Lhaj Thami Breze, sagte, er bete inständig für die Freilassung der Journalisten.

Irakische Politiker verschiedener Parteien verurteilten die Morddrohungen gegen die beiden Franzosen. Mitglieder des neuen Übergangsparlaments erklärten in Bagdad, die Forderung der Entführer sei illegal. Die iranische Regierung schloss sich der Forderung nach Freilassung der Journalisten an. Zuvor hatten bereits Islamisten- Organisationen wie die in Ägypten verbotene Muslimbruderschaft an die Geiselnehmer appelliert, das Leben der Entführten zu schonen.

Ein irakischer Stammesscheich erklärte, die Entführer hätten ihm versprochen, die mit dem Tode Bedrohten zu verschonen. Scheich Musar el Duleimi vom einflussreichen Stamm der Duleim sagte der französischen Zeitung "Le Monde" (Dienstagausgabe), er habe von der "Islamischen Armee Iraks" eine "grundsätzliche Zustimmung" erhalten, die beiden Korrespondenten von "Le Figaro" und dem französischen Auslandssender RFI nicht zu töten.

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