Um angemessene Kapitalbasis zu gewährleisten
Weitere CSG-Finanzspritze für Winterthur

Der Schweizer Finanzkonzern CS Group muss seine durch die Börsenbaisse gezeichnete Versicherungstochter Winterthur mit rund 1,7 Mrd. sfr neuen Eigenmitteln ausstatten.

rtr ZüRICH. Die Perspektiven im Versicherungsgeschäft seien aber weiterhin günstig und an einen Verkauf der Winterthur sei nicht gedacht, erklärte CS am Donnerstag.

Die CS Group hatte die Winterthur Versicherung 1997 im Zuge der Expansion in das damals hoch gelobte "Allfinanz-Geschäft" übernommen. Das erste Quartal 2002 schloss die Winterthur-Gruppe mit einem Verlust von gut 130 Mill. sfr ab. In der jüngsten Börsenbaisse musste die Versicherung, wie andere auch, grosse Bewertungskorrekturen auf Wertpapier vornehmen, die das Eigenkapital schmälerten. Die Zürcher Kantonalbank (ZKB) schätzte, dass die Winterthur-Neubewertungsreserve, die Teil des Eigenkapitals ist, im ersten Quartal noch 500 Mill. sfr betrugen - im Vergleich zu 4,6 Mrd. Ende 2000.

Einige Analysten hatten zuletzt auch dafür plädiert, CS solle Winterthur verkaufen. Solche Pläne, so erklärte ein CS-Sprecher, bestünden nicht. Vielmehr beurteile die CS die Wachstumsperspektiven und längerfristigen Aussichten des Versicherungsgeschäfts "im Leben- und Nichtleben-Bereich trotz anhaltend schwieriger Ausgangsbedingungen als weiterhin attraktiv."

"Sag niemals nie", sagte ein Analyst dazu. Vor allem ein Verkauf der Nichtleben-Sparte scheine über die Zeit nicht ausgeschlossen.

Das frische Geld fliesst der Winterthur in zwei Tranchen zu. Mit 600 Mill. sfr werde die Solvabilitätsmarge der Winterthur gestärkt, erklärte die CS. Die Marge sei durch die negative Entwicklung der Finanzmärkte und das starke organische Wachstum geschmälert worden.

Die 600 Mill. sfr dürften aus der allgemeinen Konzernkasse der CS stammen. Der Transfer soll die Eigenkapitallage der CS Group nicht belasten. Bei dem restlichen Betrag von umgerechnet 1,1 Mrd. sfr handelt es sich den Angaben zufolge um den Erlös einer Anleihe über 500 Mill. Pfund, die Ende Mai angekündigt und inzwischen platziert wurde. Der Erlös dieser Anleihe sei Winterthur vollumfänglich als alternatives Solvabilitätskapital zugeflossen, so CS.

Die Versicherungsaufsicht und die Ratingagenturen werden entscheiden, ob die Eigenmittelausstattung der Gesellschaft nun ausreicht. Zürcher Analysten wollten sich zu der Frage nicht äussern.

Aber auf jeden Fall, so Analystin Regina Anhorn von Lombard Odier, zeige sich, dass die erwarteten Synergien zwischen dem Versicherungsgeschäft und der Vermögensverwaltung niemals richtig zum Tragen gekommen seien. Auch die Hoffnung, dass der Versicherungsbereich als Ertrags- und Gewinnstabilisator etwa gegenüber dem Investmentbanking dienen könne, habe sich in schwieriger Zeit nicht erfüllt.

Die ZKB nahm die Gewinnschätzungen für den CS-Versicherungsbereich zurück. Die anderen Bereiche lasse sie unverändert - dies aber unter der Voraussetzung, dass die erwartete Ertragserholung im zweiten Halbjahr auch eintrete. Die Prognose 2002 für den Gewinn pro Aktie reduzierte die ZKB auf 2,70 von 3,32 sfr.

An der schwachen Börse verloren die CS-Aktien bis zum Mittag mehr als fünf Prozent auf 45,40 sfr.

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