Um die 450 SARS-Fälle von WHO registriert
Angst in Hongkong wegen Lungenkrankheit

Das öffentliche Leben in Südostasien wird zunehmend durch die Angst vor der lebensbedrohlichen Lungenkrankheit SARS beeinträchtigt. Die Menschen erhalten Atemschutzmasken, hunderte sind zu Hause in Quarantäne, viele trauen sich nicht mehr in öffentliche Verkehrsmittel. Weltweit ist die Zahl der Toten nach Auskunft der Weltgesundheitsorganisation WHO auf 17 gestiegen, zehn davon gab es in Hongkong.

HB/dpa HONGKONG/GENF. Bis zum Montagabend hatte die WHO zudem 456 SARS-Fälle registriert, 70 mehr als am Vortag. In der Statistik sind die mindestens 300 Fälle in China nicht enthalten. Auf Bahnhöfen in Hongkong begannen Behörden am Dienstag mit der Verteilung von 500 000 Gesichtsmasken zum Schutz vor einer Ansteckung. Viele Menschen haben Angst, mit öffentlichen Transportmitteln zu fahren. Sechs Schulen wurden wegen SARS- Infektionen geschlossen. In Hongkong stieg die Zahl der Krankheitsfälle am Dienstag von 222 auf 260. Rugby-Mannschaften aus Frankreich, Italien und Argentinien haben Spiele in Hongkong abgesagt.

In Singapur stellten die Gesundheitsbehörden knapp 750 Menschen für 10 Tage zu Hause unter Quarantäne. Sie waren mit SARS-Patienten in Kontakt gekommen. Dadurch solle eine weitere Ausbreitung der Lungenentzündung verhindert werden. Wer gegen die Anordnung verstoße und dennoch zur Arbeit oder in die Schule gehe, müsse mit Bußgeldern von umgerechnet bis zu 2700 Euro rechnen. Die Betroffenen sollen täglich untersucht und mit Lebensmitteln versorgt werden. Die Zahl der Krankheitsfälle in dem tropischen Stadtstaat gaben die Gesundheitsbehörden am Dienstag mit 69 an.

In Vietnam starben ein Arzt und eine Krankenschwester an den Folgen der Lungenerkrankung. Beide hätten in der französischen Klinik von Hanoi SARS-Patienten behandelt, teilte ein Sprecher des Krankenhauses mit. Damit stieg die Zahl der bekannten Todesfälle durch die Krankheit in Vietnam auf vier. Bereits vor wenigen Tagen waren ebenfalls ein Arzt und eine Krankenschwester gestorben, die in derselben Klinik arbeiteten.

SARS könnte sich auch in China ausbreiten

Es gibt weitere Hinweise, dass sich SARS auch in China ausbreitet. So sind fünf Hongkonger Mitglieder einer Reisegruppe, die in Peking war, nach der Rückkehr daran erkrankt. Die chinesische Regierung gibt jedoch nur wenige Informationen heraus. In Deutschland gibt es derzeit weiterhin zwei Verdachtsfälle. Der Zustand des 72-jährigen Rentners aus Hattingen, der nach einer Südostasien-Reise mit Verdacht auf eine SARS-Virusinfektion in der Lungenklinik Hemer (Nordrhein-Westfalen) liegt, hat sich nach Auskunft der Ärzte leicht verbessert und sei "weiterhin stabil". Der Verdacht auf die Lungenkrankheit habe sich weder bestätigt noch sei er entkräftet worden. Auch ein Patient in München-Schwabing wird weiter untersucht.

Ein erster SARS-Fall ist nun auch in Frankreich bestätigt. Das teilte die französische Gesundheitsbehörde mit. Der oder die Kranke gehörte zum Personal des französischen Krankenhauses in der vietnamesischen Hauptstadt Hanoi, von dessen Angestellten bereits vier gestorben sind. Die Person war am Sonntag mit dem Flugzeug aus Vietnam kommend in Frankreich eingetroffen. Nach Angaben der Gesundheitsbehörde werden derzeit zudem noch zehn SARS-Verdachtsfälle in Frankreich untersucht.

Nach einer Woche häuslicher Quarantäne wegen einer möglichen SARS- Infektion ist der Recklinghäuser Bürgermeister Wolfgang Pantförder (CDU) ins Rathaus zurück gekehrt. Der Bürgermeister habe sich bei einem Rückflug aus New York glücklicherweise nicht mit dem gefährlichen Erreger infiziert, berichtete die Stadt.

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