Um mehr als einen Dollar
Ölpreis steigt nach Anschlägen in Riad

Die Ölpreise haben am Dienstag nach den Anschlägen im saudiarabischen Riad um mehr als einen Dollar angezogen. Händler begründeten die Entwicklung mit Befürchtungen, es könnte zu weiteren Anschlägen in dem ölreichen Land kommen. Zusätzlichen Schub hätten die Preise durch den Bericht der IEA erhalten, wonach insbesondere die Benzinvorräte der Verbraucherländer niedrig seien.

Reuters NEW YORK. Der Preis der marktführenden Nordsee-Sorte Brent zur Lieferung im Juni stieg um 1,01 Dollar auf 25,88 Dollar je Barrel (knapp 159 Liter). Leichtes US-Öl verteuerte sich um 1,15 Dollar auf 28,50 Dollar.

"Alles was in Saudi-Arabien geschieht ist für den Ölmarkt von Bedeutung und bewegt die Preise", sagte Paul Horsnell von J.P. Morgan. Das Königreich ist der größte Lieferant des Welt-Ölmarktes, der ein Volumen von 77 Mill. Barrel täglich hat. Das Land verfügt über Förderkapazitäten von 10,5 Mill. Barrel am Tag.

Nur wenige Stunden vor dem Besuch von US-Außenminister Colin Powell hatten Selbstmordattentäter am Montagabend in Riad mehrere Anschläge verübt. Dabei wurden nach saudiarabischen und US-Angaben mehrere Menschen getötet und zahlreiche weitere verletzt.

Die Ölpreise sind seit dem Fünf-Monats-Tief im April um zwölf Prozent gestiegen, weil trotz der höheren Exporte der Organisation Erdöl exportierender Länder (Opec) die Lagerbestände der Verbraucherländer nicht in dem Umfang aufgestockt wurden, wie erwartet. Vor allem die Benzinvorräte seien vor den Sommerferien, einer Zeit zu der besonders viel gefahren und Benzin nachgefragt wird, niedrig, stellte die in Paris ansässige Internationale Energieagentur (IEA) in einem am Dienstag veröffentlichten Bericht fest. Das bedeute ein knapperes Angebot und die Gefahr steigender Preise, warnte die IEA, die als Energieberater für 26 Industrienationen fungiert.

Die niedrigen Vorräte bedeuteten aber auch, so die Agentur, dass die Opec Förderung und Exporte im nächsten Monat nicht drosseln sollte, nachdem sie im April beschlossen habe, überschüssige Mengen vom Markt zu nehmen, um die Preise zu stabilisieren.

Das Ölkartell hatte vor Beginn des Irak-Krieges die Exporte gesteigert, um den Ausfall der irakischen Öllieferungen auszugleichen.

Die Opec-Ölminister wollen am 11. Juni in Katar über die Preis- und Mengenstrategie für das dritte Quartal beraten. Mitglieder des Kartells haben signalisiert, dass die Minister eine mögliche Drosselung der Ölexporte diskutieren werden, um Raum für die Wiederaufnahme der Öllieferungen des Irak zu schaffen.

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