Umbau der Branche möglich
Deka-Bank will mit Fondsgesellschaften zusammenarbeiten

Die Deka-Bank spricht nach Angaben von Deka-Vorstand Peter Mathis mit den Kapitalanlage-Gesellschaften (KAGs) der Landesbanken über Kooperationen oder gar Fusionen und Übernahmen.

Reuters FRANKFURT/M. In einem ersten Schritt sei ein zentrales Unternehmen für die Administration von Fonds denkbar, sagte Mathis im Gespräch mit der "Financial Times Deutschland" (Freitagausgabe). Zu Zeitplänen wollte er sich nicht äußern. Diee Deka-Bank ist der zentrale Dienstleister der Sparkassenorganisation für die Vermögensverwaltung. Mathis ist im Vorstand dafür zuständig.

Ein Umbau im Sparkassenlager könnte eine Neuordnung der stark zersplitterten Branche anstoßen, schreibt das Blatt weiter. Der Dachverband BVI zählt 75 Mitglieder. Marktbeobachter mahnen schon lange eine Konsolidierung an. Das Fondsgeschäft ist mit dem Abschwung an den Börsen unter Druck gekommen. Den Gesellschaften fließen weniger Mittel zu. Außerdem investieren die Anleger heute eher in margenschwache Renten- und Geldmarktprodukte als in lukrative Aktienfonds. Obwohl einige KAGs bereits am Markt angeboten wurden, kommt die Konsolidierung in diesem Bereich sehr langsam in Gang. "Radikale Schritte sind schwierig", sagte Mathis der Zeitung. "Aus betriebswirtschaftlichen Gründen wäre es aber vernünftig, die bestehenden Kapazitäten besser auszulasten."

Konsolidierungsbedarf besteht im Sparkassenlager vor allem im institutionellen Geschäft. Die Deka hält hier mit einem verwalteten Spezialfondsvermögen von 46 Milliarden Euro einen Marktanteil von zehn Prozent. Hinter Allianz-Dresdner ist sie damit der zweitgrößte Anbieter in Deutschland. Insgesamt - inklusive Publikumsfonds - verwaltet die Deka 122 Milliarden Euro Vermögen.

Neben der Deka als zentralem Dienstleister unterhalten auch Landesbanken eigene, meist kleinere KAGs: Mit 38 Milliarden Euro verwaltetem Vermögen ist die zur WestLB gehörende WestAM mit Abstand der größte Anbieter dieser Gruppe. Die Bayern Invest verwaltet 13 Milliarden Euro, die SüdKA der Landesbank Baden-Württemberg und der SachsenLB sowie die Helaba Invest jeweils neun Milliarden Euro.

Die Landesbanken verneinten die Absicht, sich bald von ihren KAGs trennen zu wollen, berichtet die Zeitung. Finanzkreise berichteten aber von bilateralen Gesprächen. Im Laufe des Jahres werde mit ersten Schritten gerechnet, schreibt das Blatt. Mathis sehe für seine Gesellschaft noch Wachstumspotenzial. Der Fokus der Deka sei Europa. Der Deka-Vorstand schloss Zukäufe außerhalb des öffentlich-rechtlichen Sektors nicht aus. Wandelanleihen und Nebenwerte seien Bereiche, in denen Mathis eine Ergänzung für sinnvoll erachtet.

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