Umberto Agnelli wird Fiat-Präsident
Fiat dreht das Personalkarussell

Nach der Rücktritts-Ankündigung von Fiat-Präsident Paolo Fresco könnte nach Informationen aus italienischen Finanzkreisen bei der Verwaltungsratssitzung am kommenden Freitag auch Vorstandschef Alessandro Barberis ausgetauscht werden.

HB/dpa ROM. Die italienische Nachrichtenagentur Ansa berichtete am Mittwoch, dass Barberis, der dieses Amt erst im vergangenen Dezember übernommen hatte, zum Vize-Präsidenten der Gruppe ernannt werden soll. Als Nachfolger sei Giuseppe Morchio im Gespräch, der bis 2001 bei der Pirelli-Gruppe tätig war und sich als Sanierer von Großkonzernen einen Ruf gemacht hat.

Dies wäre bereits der dritte Wechsel des Fiat-Vorstandschefs in nur neun Monaten. Im Juni 2001 hatte Gabriele Galateri zunächst Paolo Cantarella abgelöst; im Dezember wurde Galateri gegen Barberis ausgetauscht, der jedoch schon bei seiner Ernennung als eine Art Übergangslösung gehandelt wurde. Nach einem guten Start an der Mailänder Börse sank die Fiat-Aktie bis zum Mittag um 2,5 Prozent auf 7,01 Euro.

Fresco hatte am Dienstag überraschend mitgeteilt, sich bereits am Freitag von seinem Posten zurückziehen zu wollen. Als neuen Präsidenten will er Umberto Agnelli (68) vorschlagen, den jüngeren Bruder des im Januar verstorbenen Fiat-Patriarchen Giovanni Agnelli. Ursprünglich wollte Fresco noch bis zum Frühjahr im Amt bleiben. Jedoch habe er sich entschieden, die zukünftige Führung des angeschlagenen Konzerns ab sofort "an eine Person abzugeben, die den Hauptaktionär der Gruppe repräsentiert", so Fresco. Die Agnelli- Familie hält bis heute 33 Prozent an Fiat.

Bei der Verwaltungsratssitzung sollen auch die endgültigen Geschäftszahlen für 2002 vorgelegt werden. Zudem rechnen Analysten damit, dass auch der angekündigte Verkauf von wichtigen Fiat-Geschäftsteilen im Mittelpunkt des Treffens stehen wird. Dabei geht es vor allem um die Veräußerung der Versicherungssparte Toro Assicurazioni. Zuletzt hatte die US-amerikanische Investmentbank Goldman Sachs ein Angebot abgegeben.

Nach einem Bericht der Zeitung "Il Sole 24 Ore" soll die Bank im Auftrag der Münchner Rück, Deutschlands größtem Rückversicherer, gehandelt haben. Die Münchner Rück hat schon seit längerem Interesse an der Toro bekundet. Weiterer Anwärter auf den Kauf ist die italienische Versicherungsgruppe Unipol gemeinsam mit ihrem Partner, der Finanzierungsgesellschaft Hopa.

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