Umdenken in Betrieben
Ideen der Mitarbeiter sind Milliarden wert

Die pfiffigen Ideen von Mitarbeitern sind Milliarden wert. Allein 2001 sparten Unternehmen und die öffentliche Hand dadurch 1,25 Mrd. Euro. Dies berichtete das Deutsche Institut für Betriebswirtschaft (dib) am Dienstag auf Basis einer Umfrage unter 425 deutschen Unternehmen. Die Tüftler erhielten für ihre guten Ratschläge insgesamt 185 Mill. Euro.

dpa FRANKFURT/MAIN. Spitzenreiter im kreativen Einsparen war der Münchner Elektroriese Siemens mit 216 Mill. Euro. Über die höchste Prämie von 312 000 Euro konnte sich ein Beschäftigter des Darmstädter Pharmaunternehmens Merck freuen. "Er entwarf ein Konzept, das die Herstellung verschiedener Pigmente beschleunigt", beschreibt Rainer Hoffmann, der das Vorschlagswesen des Konzerns leitet.

Ein Mitarbeiter des Frankfurter Flughafens Fraport konstruierte eine kippsichere Stehleiter, um die Ladetüren großer Flugzeuge zu öffnen. "Seitdem gab es keine Unfälle oder beschädigte Leitern mehr", sagte Thomas Uihlein, Ideenmanager der Fraport AG. Das sparte den Beschäftigten gebrochene Beine und dem Flughafen 63 000 Euro.

Verblüffend einfach war die Idee eines Beschäftigten des Reifenherstellers Pirelli: Statt teurer Stahlmesser trennen künftig Klingen aus Teppichbodenmessern Gewebeteile für die Fertigung. Die Idee setzen künftig alle Pirelli-Werke weltweit ein. Die simple Änderung sparte im ersten Jahr bereits 31 000 Euro. "Oft werden diese Vorschläge aber drei bis fünf Jahre eingesetzt", betont Christiane Kersting, Mitglied der Geschäftsführung des dib.

"Die Verbesserungen werden Jahr für Jahr zahlreicher und immer häufiger umgesetzt", hebt der Hauptgeschäftsführer des Frankfurter Weiterbildungs-Instituts, Wolfgang Werner, hervor. Etwa zwei Drittel der 1,4 Millionen eingereichten Vorschläge wurden realisiert. "Dabei hat die deutsche Wirtschaft noch lange nicht alle Register gezogen."

Denn viele Vorgesetzte haben Angst, schlecht dazustehen, wenn ihre Untergebene Ideen vorbringen, auf die sie selbst nicht gekommen sind. "Wenn ein Vorschlag als Kritik empfunden wird, ist das ein Albtraum." In vielen Betrieben habe aber längst ein Umdenken eingesetzt, betont Ideenmanager Hoffmann.

Und je höher der Wettbewerbsdruck, desto mehr setzen Betriebe auf die kreativen Köpfe unter ihren Mitarbeitern. Bei Automobilbauern und ihren Zulieferern, in der Metall verarbeitenden Industrie und den Reifenherstellern schlagen die Beschäftigten am häufigsten Neuerungen vor. Auf 100 Mitarbeiter kommen in der Reifenindustrie 146 Ideen, in der Metall-Industrie sind es 158 und bei den Automobilzulieferern 97.

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