Umfeld zu negativ
EnBW: Börsengang wohl erst nächstes Jahr

Der drittgrößte deutsche Energieversorger Energie Baden-Württemberg (EnBW) hält einen Börsengang in diesem Jahr nicht mehr für wahrscheinlich. Als Grund wird das negative Börsenumfeld genannt.

Reuters FRANKFURT. Unternehmenssprecher Klaus G. Wertel sagte Reuters am Freitag, wegen des anhaltend negativen Börsenumfeldes sei ein Börsengang im laufenden Jahr "eher unwahrscheinlich". EnBW werde den ursprünglich für Mai geplanten Gang an den Kapitalmarkt erst einleiten, sobald wieder stabilere Aussichten an der Börse bestünden. "Das kann aber dauern", sagte der Sprecher. Ganz ausschließen wollte Wertel eine Erstnotierung noch in diesem Jahr indes nicht. "Wir warten aber lieber einen Monat länger, um belastbarere Prognosen zu erhalten, als zu früh an die Börse zu gehen."

Der Sprecher nahm auch zu einem Bericht der "Stuttgarter Nachrichten" vom Freitag Stellung, wonach mehrere Kommunen den Verkauf ihrer EnBW-Anteile planen, obwohl der Börsengang im Januar auf unbestimmte Zeit verschoben worden war. Auf Grund der komplexen Eigentümerstruktur bei EnBW sei es nötig, frühzeitig mit der Beschaffung der Aktien in einem Pool zu beginnen, sagte Wertel. "Man kann ja nicht am Tag X bei den Kommunen vorbeifahren und die Aktien einsammeln." Nähere Angaben machte Wertel dazu nicht.

Die Zeitung berichtet ohne Nennung von Quellen, dass mehrere Kommunen ihre Beteiligungen an eine Gruppe von Banken unter Federführung der Deutschen Bank verkaufen wollten, um die Anteile dort bis zum Börsengang zu parken. Nach Angaben der Zeitungen könnten die Kommunen mit rund 1,6 Mrd. ? rechnen, falls sie den selben Preis in Höhe von 38 ? pro Aktie erhielten, den bislang schon die Stadt Stuttgart und das Land erhielten.

Aus Branchenkreisen hieß es dazu, mehrere Kommunen wollten ihre Beteiligung möglichst schnell zu Geld machen, da sie die davon erwarteten Erlöse bereits in ihren Haushalten für das laufende Jahr eingestellt hätten. "Vermutlich wird es deshalb zu einer solchen Parklösung kommen" hieß es in den Kreisen. Ein Verkauf der kommunalen Anteile von insgesamt rund 17 % an den Großaktionär Electricite de France sei aber "nahezu ausgeschlossen", hieß es weiter in den Kreisen. Die EdF besitzt 34,5 % am EnBW-Kapital, ebenso viel wie der Zweckverband Oberschwäbische Elektrizitätswerke (OEW). Die EdF kann vertragsgemäß jedoch nur so viele Anteile zukaufen, wie die OEW erwerben würde. Die den Zweckverband bildenden Kommunen dürften jedoch kaum die Chance haben, das notwendige Kapital für eine Aufstockung der Beteiligung aufzubringen, verlautete aus den Kreisen.

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