Umfrage außerhalb der USA
Obama weltweit beliebter als McCain

In den Niederlanden und Deutschland ist einer Umfrage zufolge die Zustimmung für den demokratischen US-Präsidentschaftskandidaten Barack Obama am höchsten. Sein republikanischer Kontrahent John McCain kann außerhalb Europas punkten. Die Auseinandersetzung der beiden nimmt indessen an Schärfe zu.

HB STUTTGART/ASHEVILLE. Der demokratische US-Präsidentschaftskandidat Barack Obama ist in weiten Teilen der Welt deutlich beliebter als sein republikanischer Mitbewerber John McCain. Das ergab eine Umfrage der Zeitschrift "Reader's Digest". Demnach liegt in 17 Staaten Obama weit vor seinem Konkurrenten, wie das Blatt berichtet.

Am höchsten ist die Zustimmung in den Niederlanden mit 92 Prozent und Deutschland mit 85 Prozent. Außerhalb der USA ist McCain in Indien und Südafrika am beliebtesten, könnte bei einer Wahl aber selbst dort nur 26 Prozent auf sich vereinen. In Ländern wie Frankreich, Spanien oder Australien liegt die Zustimmung für Obama bei rund 75 Prozent. Am niedrigsten ist sie der Umfrage zufolge in Russland mit 52 Prozent.

Deutliche Unterschiede gibt es der Umfrage zufolge bei der Bewertung der Themen in den Staaten: Für die Amerikaner stehen Weltwirtschaft, Irak-Krieg und der Kampf gegen den Terrorismus weit vor dem Umweltschutz. In Deutschland hingegen antworteten 29 Prozent auf die Frage nach dem wichtigsten globalen Thema mit Umweltschutz. Aber auch die Menschenrechte und Armut beschäftigen die Deutschen sehr. Franzosen und Spanier hingegen sorgen sich am meisten um die soziale Gerechtigkeit, die Russen setzen die Terrorgefahr über alles.

Unterdessen gewinnt der Wahlkampf an Schärfe. Einen Tag vor ihrem zweiten Fernsehduell warf Obama McCain eine Schmutzkampagne vor. Bei einer Wahlkampfveranstaltung in North Carolina konterte Obama Vorwürfe aus dem gegnerischen Lager, die ihn in die Nähe einer militanten Untergrundgruppe rückten: "Senator McCain und seine Parteigenossen spekulieren darauf, dass sie euch mit Dreck verwirren können anstatt über substanzielle Dinge zu reden." Zugleich bezeichnete er die neue Wahlkampftaktik der Republikaner, die sich nach fallenden Umfragewerten nicht mehr auf Wirtschaftsthemen, sondern auf die Person Obamas konzentriert, als hilflos. "Dies tut man, wenn man den Kontakt verloren, keine Ideen und keine Zeit mehr hat", sagte Obama in der Nacht auf Montag.

Die republikanische Kandidatin für das Amt des Vizepräsidenten, Sarah Palin, hatte Obama am Wochenende vorgehalten, freundschaftlichen Umgang mit Terroristen zu pflegen. Dazu führte sie einen Artikel der "New York Times" an, in dem über Kontakte Obamas zu Bill Ayers berichtet wurde, einem früheren Mitglied einer militanten Untergrundgruppe während der Zeit des Vietnamkriegs. Obamas Wahlkampfteam bezeichnete die Anschuldigungen bereits als Gossenpolitik.

Ein Anzeichen dafür, dass einen Monat vor der Abstimmung aber auch die Demokraten eine härtere Gangart einschlagen, ist eine neue Wahlkampagne, die McCain in Zeiten der sich verschärfenden Finanzkrise als verwirrt darstellt. Ein Bezug, der auch als Anspielung auf das Alter des Republikaners gedeutet werden kann. Der 72-jährige McCain wäre der älteste Politiker, der je das Amt im Weißen Haus angetreten hat. In den USA wird am 4. November ein neuer Präsident gewählt.

Serviceangebote
Zur Startseite
-0%1%2%3%4%5%6%7%8%9%10%11%12%13%14%15%16%17%18%19%20%21%22%23%24%25%26%27%28%29%30%31%32%33%34%35%36%37%38%39%40%41%42%43%44%45%46%47%48%49%50%51%52%53%54%55%56%57%58%59%60%61%62%63%64%65%66%67%68%69%70%71%72%73%74%75%76%77%78%79%80%81%82%83%84%85%86%87%88%89%90%91%92%93%94%95%96%97%98%99%100%