Umfrage bei Arbeitgebern
Betriebsrenten sind sicher

Entwarnung bei der betrieblichen Altersversorgung: Nach den Einschnitten bei der gesetzlichen Rente und reduzierten Gewinnerwartungen der Lebensversicherungen müssen die Arbeitnehmer derzeit nicht mit neuen Hiobsbotschaften rechnen.

dpa HAMBURG. Bei Arbeitgebern wie Gewerkschaften gelten die Betriebsrenten als sicher. Allerdings, so ergab eine Umfrage der Deutschen Presse-Agentur (dpa), geht der Trend wegen des Risikoaspekts zu ausgelagerten Pensionskassen und Pensionsfonds.

Der Leiter der tarifpolitischen Grundsatzabteilung beim Verdi-Bundesvorstand, Jörg Wiedemuth, sieht die alten Formen der Betriebsrente als "Auslaufmodell". Er hält Pensionskassen und-Fonds im Vergleich für "sicherer, weil sie unabhängiger sind vom Wohl und Wehe des einzelnen Betriebs". Unter dem Risikoaspekt seien die Pensionskassen wiederum sicherer als die Pensionsfonds, weil ihr Aktienanteil auf maximal 30 Prozent begrenzt ist und sie damit unempfindlicher gegen Börsencrashs sind.

Die Bundesvereinigung der Deutschen Arbeitgeberverbände sieht "nach Jahren der Stagnation" die Zeit für eine "Renaissance" der betrieblichen Altersvorsorge gekommen. Da sind sich die Arbeitgeber sogar mit Arbeitsminister Walter Riester (SPD) und den Gewerkschaften einig. Für Riester ist die betriebliche Altersversorgung "auf breiter Front auf dem Vormarsch". Er verweist darauf, dass es dazu bereits rund 400 Verträge in rund 220 Tarifbereichen mit zusammen 18 Millionen Beschäftigten gibt. Für DGB-Vorstandsmitglied Heinz Putzhammer ist dies eine "stolze Bilanz". "Die Regelungen der Rentenreform, die Riester-Rente und die zusätzlichen Möglichkeiten, Pensionsfonds einzurichten, haben sich als eine ganz entscheidende Hilfe für die Stärkung der betrieblichen Alterssicherung erwiesen", zeigt sich Putzhammer überzeugt. Nach Angaben der Arbeitsgemeinschaft für betriebliche Altersversorgung in Heidelberg und des Pensions-Sicherungs-Verein (PSVaG; http://www.psvag.de) in Köln ist die Diskussion um die Sicherheit der Betriebsrenten unbegründet. "Die Versorgungsberechtigten müssen sich keine Sorgen machen", sagte PSVaG-Vorstandsmitglied Hermann Peter Wohlleben. Die überwiegende Zahl der Unternehmen verfüge über ausreichende Vermögenswerte und Liquidität. Werde ein Betrieb dennoch zahlungsunfähig, seien die vereinbarten Betriebsrenten bis zu einer Höhe von 7000 Euro im Monat über den PSVaG abgesichert, sagte Wohlleben. Der PSVaG sichert die Ansprüche von 8 Millionen Versorgungsberechtigten und garantiert für 218 Milliarden Euro Kapitalwert Insolvenzschutz. Der Verein finanziert sich aus den Beiträgen der fast 40 000 Mitgliedsfirmen. Auf Grund der hohen Zahl der Insolvenzen wird die zu leistende Schadenssumme der PSVaG in diesem Jahr einen Rekordstand erreichen. Das Volumen steige bis Jahresende voraussichtlich um 50 Prozent auf über 1,3 Milliarden Euro im Vergleich zum Vorjahr an, berichtete der Verein. VW beispielsweise hat sein Betriebsrentensystem für derzeit rund 70 000 Rentner im vergangenen Jahr auf einen extern verwalteten Pensionsfonds umgestellt. Das Unternehmen zahlt ein Prozent des Mitarbeitereinkommens in den Fonds ein. Im ersten Jahr waren das rund 80 Millionen Euro. Insgesamt sind für Pensionen 9,4 Milliarden Euro zurückgestellt. Auch in der gebeutelten Baubranche gibt man sich sicher. Der Wiesbadener Baukonzern Dyckerhoff sieht die Betriebsrenten trotz konjunktureller Schwankungen und Krisen in der Bauindustrie als gesichert an: "Bisher hat's immer geklappt", sagt Dirk Resag von der Abteilung Öffentlichkeitsarbeit. Im Insolvenzfall übernehme ein Pensions-Sicherungsfond die Zahlungs-Verpflichtungen: "Das sind übergeordnete Auffanglösungen." Seit 2001 hat der hessische Baukonzern einen Tarifvertrag mit einer rechtlich selbstständigen Pensionskasse.

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