Umfrage
Bush auch in den Swing-Staaten knapp vor Kerry

Gut eine Woche vor der US-Präsidentenwahl liegt Amtsinhaber George W. Bush einer von Reuters in Auftrag gegebenen Umfrage zufolge landesweit zwei Prozentpunkte vor seinem Herausforderer John Kerry. In dem Kopf-an-Kopf-Rennen hat der Republikaner demnach auch in sechs von zehn Staaten die Nase vorn, wo eine sehr knappe Entscheidung erwartet wird ("Swing-States").

HB WASHINGTON. Allerdings sei nur einer von fünf unentschlossenen Wählern der Meinung, Bush habe eine zweite Amtszeit verdient.

48 Prozent der Befragten stimmten der am Sonntag veröffentlichten Repräsentativ-Umfrage des Meinungsforschungsinstituts Zogby zufolge für den Republikaner Bush und 46 Prozent für den Demokraten Kerry. Die Umfrage bescheinigt Bush damit den dritten Tag in Folge einen Vorsprung von zwei Prozentpunkte, der jedoch innerhalb der statistischen Fehlermarge von plus/minus 2,9 Prozentpunkten liegt.

Dichtauf liegen die Kandidaten im Kampf um die "Swing-States". Diese US-Bundesstaaten hatte bisher kein Kandidat eindeutig für sich gewinnen können, sie gelten daher als entscheidend für den Wahlausgang. Der Umfrage zufolge führt Bush zurzeit in sechs dieser Staaten, darunter Florida und Ohio, die neben Pennsylvania wegen ihrer großen Zahl an Wahlmännern besonderes Gewicht haben.

Bush führt außerdem in Iowa, New Mexico, Nevada und Wisconsin. Kerry hingegen hat im Moment die Mehrheit der Swing-State-Wähler in Pennsylvania, Colorado, Michigan und Minnesota hinter sich. In den meisten Staaten liegt der Abstand zwischen beiden Kandidaten jedoch innerhalb der statistischen Fehlermarge, die in diesem Fall 4,1 Prozent beträgt. Deutlichen Vorsprung hat Kerry vor Bush in Michigan mit 52 zu 42 Prozent und Bush vor Kerry in New Mexico mit 49 zu 44 Prozent sowie in Ohio mit 47 zu 42 Prozent. Der Umfrage zufolge kommt der unabhängige Kandidat Ralph Nader auf ein Prozent der Stimmen.

Meinungsforscher John Zogby hielt die noch unentschlossenen Wähler für besonders entscheidend. "Das sind die wichtigsten Menschen des heutigen Amerikas. Weit mehr als 90 Prozent dieser Unentschlossenen sagen uns, dass sie zur Wahl gehen werden und nur 20 Prozent sagen, der Präsident verdiene eine Wiederwahl."

Um die Wiederwahl Bushs zu verhindern, mischt sich jetzt auch der frühere US-Präsident Bill Clinton in den Wahlkampf ein. Eineinhalb Monate nach seiner Herzoperation will Clinton seinen Parteikollegen Kerry in dieser Woche bei seinen Wahlkampfauftritten in Philadelphia unterstützen. Clinton ist Experten zufolge besonders bei der Parteibasis sowie bei schwarzen Wählern beliebt. Auch in der Bevölkerung von Pennsylvania, Ohio und Florida habe er guten Rückhalt und könnte Kerry dadurch helfen.

Clinton hatte die Delegierten zum Wahlkampfauftakt auf den Kandidaten Kerry eingeschworen und versprochen, dessen Kampagne als "Fußsoldat" zu unterstützen. Dann hatte sich Clinton jedoch einer Herzoperation unterziehen müssen.

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