Umfrage der Amerikanischen Handelskammer
Für US-Investoren ist Deutschland weiter attraktiv

Deutschland bleibt für US-Investoren weiter attraktiv. Zu diesem Ergebnis kommt eine Umfrage der Amerikanischen Handelskammer in Deutschland, die am Mittwoch in Frankfurt vorgestellt wurde. Das verdankt Deutschland nicht zuletzt seiner geographischen Nähe zu Osteuropa.

dpa FRANKFURT/MAIN. Trotz der wirtschaftlich unsicheren Lage will die Mehrheit der mehr als 1200 befragten deutschen US- Töchter 2002 weiter investieren. Den Standort Deutschland benoteten mehr als 63 % der Befragten mit befriedigend oder besser.

Ein Großteil der Unternehmen geht offenbar davon aus, dass sich die Konjunktur im kommenden Jahr erholt: Etwa 46 % der Unternehmen rechnet mit einem Gewinnanstieg, nur jedes fünfte Unternehmen geht von niedrigeren Gewinnen aus.

In puncto Arbeitsplätze zeigen sich die Dienstleister optimistischer als Vertreter des Verarbeitenden Gewerbes: Knapp 40 % der Dienstleistungsfirmen gehen davon aus, dass 2002 neue Arbeitsplätze geschaffen werden. Nur 12 % erwarten das Gegenteil. Im Verarbeitenden Gewerbe stellt sich dagegen jedes Dritte Unternehmen auf weniger Mitarbeiter ein, während ein weiteres Drittel mit neuen Stellen rechnet. Derzeit hängen 800 000 Arbeitsplätze direkt von amerikanischem Kapital ab.

Die Unternehmen kritisieren jedoch deutlich die Höhe der direkten und indirekten Personalkosten in Deutschland sowie das Niveau des Arbeitsschutzes. "Die größte Flexibilität innerhalb Deutschlands sehen wir im Osten. Betriebsräte und Gewerkschaften sind dort flexibler und die Bürokratie ist geringer. Deshalb entstehen dort auch eher neue Fabriken", sagte Kammerpräsident Fred Irwin. Jedes Dritte US-Unternehmen stimmt ihm in dieser Aussage zu. Immerhin 24 % der Investoren halten es aber auch für einen Nachteil, in Ostdeutschland zu investieren.

"Wenn Deutschland nicht den Arbeitsmarkt und die Sozialsysteme reformiert, wird es schwieriger, neue Investitionen nach Deutschland zu holen", erläuterte Irwin. Der Kampf um europäische Konzernzentralen sei so gut wie verloren, die Unternehmen bevorzugten stattdessen Länder wie Großbritannien oder die Schweiz.

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