Umfrage des Handelsblatt Business-Monitors
Bundesregierung bei Top-Managern im Stimmungshoch

HB DÜSSELDORF. Die Arbeit der Bundesregierung erhält von den Führungskräften der deutschen Wirtschaft derzeit Bestnoten. Zum ersten Mal in den monatlichen Repräsentativbefragungen der deutschen Top-Manager im Rahmen des Handelsblatt Busi-ness-Monitors erfährt das Kabinett von Bundeskanzler Gerhard Schröder (SPD) im September 2000 mehr Lob als Kritik: 25 Prozent (+15 Punkte gegenüber dem Stand vor der parlamentarischen Sommerpause im Juni 2000) bewerten ihre Leistungen mit "gut", nur mehr 14 Prozent (-22 Punkte) als schlecht. Die übrigen 60 Prozent urteilen mit "befriedigend" (+7). Dies ergab der Handelsblatt Business-Monitor (Freitagsausgabe) im September.

Die Durchschnittsnote für die Arbeit der Bundesregierung verbesserte sich von 3,3 auf 2,9. (1 = sehr gut, 2 = gut, 3 = befriedigend, 4 = schlecht, 5 = sehr schlecht) Bundeskanzler Schröder wird von den Top-Managern nun sogar mit der Note 2,6 bewertet (3,1 im Juni). Klarer Spitzenreiter unter den im Business-Monitor bewerteten Akteuren ist derzeit Finanzminister Hans Eichel, dessen Durchschnittsnote sich ebenfalls um 0,5 Punkte auf 2,2.( 2,7 )verbessert. Ein so günstiger Wert war im Rahmen der Führungskräfte-Befragungen bisher weder für Regierungsmitglieder noch für Oppositionspolitiker ermittelt worden.

Von den günstigeren Imagewerten der Bundesregierung können offenbar auch einige andere Kabinettsmitglieder profitieren. Die durchschnittlichen Bewer-tungen für Außenminister Joschka Fischer (von 3,1 auf 2,9), Wirtschaftsminister Werner Müller (von 3,4 auf 3,2) und Umweltminister Jürgen Trittin (von 4,2 auf 4,0) verbessern sich um 0,2 Notenpunkte, die für Arbeitsminister Walter Riester leicht von 3,7 (wie durchgehend im Jahr 2000 bisher ermittelt) auf 3,6. Ausge-nommen von diesem Trend ist allein Verteidigungsminister Scharping, dessen Wirken etwas kritischer als zuvor eingeschätzt wird (von 3,1 auf 3,2).

Gegenläufig zur erhöhten Reputation des Bundeskabinetts bei den Führungs-kräften der deutschen Wirtschaft verläuft der Trend für die CDU/CSU-Opposition und ihre Spitzenpolitiker. So gut wie keiner der Topmanager (1 %; -5 Punkte) bezeichnet die Oppositionsarbeit der Union als gut; für nur noch 30 Prozent (-25) stellt sie sich befriedigend dar. Zwei Drittel (68 %; +29) urteilen hingegen derzeit mit (sehr) schlecht. Diese Entwicklung hat auch den Abwärts-trend im Image des CDU/CSU-Fraktionsvorsitzenden Friedrich Merz, der seit seinem guten Start (2,6 im März 2000) kontinuierlich Einbußen verzeichnen musste, beschleunigt: Im September sank seine Durchschnittsnote auf 3,5 (nach 3,2 im Juni); von zusammen 51 Prozent (+18) der Topmanager wird sein Wirken als unzulänglich kritisiert. Einem ähnlich ungünstigen Meinungstrend ist auch die CDU-Vorsitzende Angela Merkel ausgesetzt (Note von 2,7 im Juni auf 3,0 im September).

Serviceangebote
Zur Startseite
-0%1%2%3%4%5%6%7%8%9%10%11%12%13%14%15%16%17%18%19%20%21%22%23%24%25%26%27%28%29%30%31%32%33%34%35%36%37%38%39%40%41%42%43%44%45%46%47%48%49%50%51%52%53%54%55%56%57%58%59%60%61%62%63%64%65%66%67%68%69%70%71%72%73%74%75%76%77%78%79%80%81%82%83%84%85%86%87%88%89%90%91%92%93%94%95%96%97%98%99%100%