Umfrage des Meinungsforschungsinstituts Forsa: Mehrheit akzeptiert Folter-Androhung in Verhören

Umfrage des Meinungsforschungsinstituts Forsa
Mehrheit akzeptiert Folter-Androhung in Verhören

In der Diskussion um Folter in Polizeiverhören hat die Mehrheit der Deutschen einer Umfrage zufolge Verständnis für das Vorgehen der Polizei im Entführungsfall Jakob Metzler.

HB/dpa HAMBURG. Der stellvertretende Frankfurter Polizeichef Wolfgang Daschner sollte nach Ansicht von 63 Prozent der Befragten für seine Androhung von Gewalt nicht bestraft werden. 32 Prozent der Befragten sprachen sich für eine Strafe aus. Im Auftrag des Magazins "Stern" hatte Forsa 1003 Menschen befragt.

Die Vorsitzende des Bundestags-Innenausschuss, Cornelie Sonntag-Wolgast (SPD), zeigte sich entsetzt, dass das absolute Folterverbot in Frage gestellt werde. Das Folterverbot stehe "an oberster Stelle" und könne nicht durch andere Prinzipien in Frage gestellt werden, sagte die Politikerin im Deutschlandradio Berlin. Die Diskussion rüttele an Weltgesetzen wie der allgemeinen Erklärung der Menschenrechte. Gerade weil der Staat ein Gewaltmonopol habe, müssten für ihn andere Kategorien gelten. Sonntag-Wolgast wies darauf hin, dass derzeit noch der Türkei der EU-Beitritt verwehrt werde, weil es dort Hinweise auf Folter gebe.

Der Fall hatte für großes Aufsehen gesorgt, nachdem bekannt geworden war, dass der Frankfurter Polizei-Vizepräsident Wolfgang Daschner angeordnet hatte, dem 27-jährigen inhaftierten Magnus G. Schmerzen zuzufügen, damit dieser den Aufenthaltsort des entführten Jungen verrät. Minuten später sagte der mutmaßliche Entführer, Jakob sei tot und befinde sich an einem See 60 Kilometer von Frankfurt entfernt.

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