Umfrage
Deutsche wollen Bundeswehr-Einsatz gegen Terrorismus

dpa BERLIN. Die Mehrheit der Bundesbürger ist Umfragen zufolge für einen Einsatz der Bundeswehr gegen den Terrorismus. Abhängig von der Frage ergeben sich allerdings deutliche Unterschiede. So sind nach einer am Samstag veröffentlichten Erhebung des Nachrichtenmagazins "Der Spiegel" 58 % der Bundesbürger bereit, "die Bundesbürger gegen Terroristen einzusetzen". Dagegen seien 36 %, berichtete das Magazin.

Einer Zustimmung von 63 % in Westdeutschland stehen dabei 39 % im Osten gegenüber. 72 % der Befragten fürchten, Deutschland könne in einen Krieg hineingezogen werden.

Einer Umfrage des Meinungsforschungsinstitut Emnid im Auftrag des Senders n-tv zufolge fordern 53 % der Bundesbürger, "Deutschland solle als NATO-Mitglied gemeinsam mit den USA an den militärischen Aktionen gegen die Terroristen teilnehmen". Dagegen sind 43 %. Nach einer forsa-Umfrage für N-24 hingegen sind 69 % der Deutschen dafür, dass sich die Bundeswehr lediglich logistische Hilfe leistet. Nur 17 % sind für einen Kampfeinsatz.

80 % der von Emnid Befragten sind der Auffassung, "die Amerikaner haben bisher besonnen auf die Terroranschläge reagiert". 58 % würden einen amerikanischen Angriff eher als Maßnahme zur Vorbeugung gegen weitere Terroranschläge empfinden, nur 35 % "eher als Rache". Eine Aufstockung des Verteidigungshaushalts fordern genau die Hälfte der Deutschen, 43 % lehnen dies ab.

Mehrheit unterstützt Schily

In der Debatte um die innere Sicherheit unterstützt die Mehrheit der Deutschen laut Forsa den Kurs von Innenminister Otto Schily (SPD). 78 % halten Schilys Vorhaben für richtig, "übertriebenen Datenschutz" abzubauen, Sicherheitskontrollen zu verstärken und ausländische Terrorgruppen verstärkt zu bekämpfen. Unter den Unionsanhängern findet Schilys Kurs mit 89 % die größte Zustimmung. Nach einer Umfrage des Bonner Dimap-Instituts im Auftrag von "MDR-aktuell" sind 73 % der Deutschen für eine Lockerung des Datenschutzes, 20 % dagegen. 18 % teilen die Meinung, Bundeskanzler Gerhard Schröder habe die Krise sehr gut bewältigt, 64 % halten die Bewältigung für "eher gut".

Als Reaktion auf die Flugzeug-Anschläge sagen Dimap zufolge 11 % der Deutschen, sie würden seltener fliegen, 67 % wollen ihr Flugverhalten dagegen nicht verändern.

Befragt worden waren bei "Spiegel" und Emnid jeweils 1 000, bei Forsa 1 005 und bei Dimap 1 100 Bundesbürger.

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