Umfrage ergibt weiter deutlichen Vorsprung vor Merkel
Stoiber zu Kandidatur offenbar entschlossen

Wenige Wochen vor der zwischen den Unionsspitzen vereinbarten Nominierung des Kanzlerkandidaten haben sich die Fronten zwischen CDU-Chefin Angela Merkel und Bayerns Ministerpräsident Edmund Stoiber (CSU) noch nicht geklärt. Nach Informationen des Magazins "Focus" hat sich Stoiber jetzt aber angeblich zur Kandidatur bereit erklärt.

dpa HB BERLIN. Merkel bekräftigte unterdessen im Nachrichtensender n-tv, die Kandidatenkür werde Anfang 2002 durch die Frage entschieden: "Wer hat die besten Chancen zu siegen?" Wie der "Spiegel" in seiner neuen Ausgabe schrieb, soll Thüringens Ministerpräsident Bernhard Vogel die CDU-Vorsitzende davon überzeugen, die Kandidatur Stoiber zu überlassen.

Im "Focus" heißt es, Stoiber habe Anfang der Woche Vertraute in seine Pläne eingeweiht. "Wenn nun fast alle der Meinung sind, dass das jetzt so sein soll und ich es machen soll, dann bin ich bereit", zitiert das Magazin Stoiber aus dem Freundeskreis. Er werde sich "in den Dienst der gemeinsamen Sache stellen und meinen Beitrag für die bürgerlichen Parteien leisten", falls eine Mehrheit der CDU dies wünsche.

Auslöser für die Kandidatur-Bereitschaft ist dem Bericht zufolge die angeblich wachsende Zahl führender CDU-Politiker aus Präsidium und Landesverbänden, die ihn "aus Überzeugung" als stärkstes Zugpferd im Kampf um die Wählergunst sehen. Auch der "Spiegel" schreibt, dass die Entscheidung "immer klarer" auf den Bayern zulaufe.

Nach einer Umfrage des Meinungsforschungsinstituts Infratest dimap im Auftrag von "Welt am Sonntag" liegt Stoiber weiter vor Merkel. Auf die Frage, wen CDU/CSU für die nächste Bundestagswahl als Kanzlerkandidaten aufstellen sollen, entschieden sich 46 % für Stoiber, 33 % für Merkel. 13 % wünschten sich keinen von beiden. Bemerkenswert sei, dass die aus Mecklenburg-Vorpommern stammende Merkel im Osten keinen Bonus habe.

Merkel sagte, Meinungsumfragen könnten bei der Auswahl des Kandidaten "nur ein begrenztes Mittel" sein, weil "sie nichts über die Zukunft sagen". Auf die Frage, ob es in der Union ein Komplott gegen sie gebe, sagte sie: "Das ist Quatsch."

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