Umfrage
Fonds erhöhen europäische Aktienanteile

Portfoliomanager und Anlagestrategen deutscher Fondsgesellschaften fassen wieder größeres Vertrauen in Aktienanlagen. Getragen wird dies von Hoffnungen auf eine konjunkturelle Erholung. Entsprechend erhöhen die Gesellschaften nach eigenen Angaben den Anteil von Aktien in ihren Fonds.

Reuters FRANKFURT. Wie die Dezember-Umfrage der Nachrichtenagentur Reuters zur "Asset Allocation" ergab, belief sich der durchschnittliche Anteil von Aktien in den Portfolios auf 56 Prozent, der von Renten auf 43 Prozent. Die Bargeldquote lag bei einem Prozent. Dabei favorisieren die befragten Gesellschaften den Angaben zufolge weiterhin Titel europäischer Unternehmen und erhöhten verstärkt Bestände an Euroland-Aktien.

Drei von sechs Fondsgesellschaften, die sich an der Umfrage beteiligten, erhöhten ihren Aktienanteil. Ein Vergleich mit der im Vormonat erstmals erhobenen Umfrage ist nur eingeschränkt möglich, da sich die Zahl der Teilnehmer erhöht hat. Der Trend wird aus den Aussagen der Fondsmanager deutlich.

Fondsmanager: Das Schlimste an den Börsen liegt hinter uns

"Angesichts günstiger Bewertungsrelationen und einem guten Chance-Risiko-Verhältnis lässt sich in den nächsten zwölf Monaten mit Aktien mehr Geld verdienen als mit Staatsanleihen", sagte Friedrich Diel, Fondsmanager des Frankfurt-Trust (FT) Interspezial-Fonds. "Das Schlimmste an den Aktienbörsen liegt wohl hinter uns." Die nach wie vor existierenden Risiken müssten allerdings genau beobachtet werden, sagte Diel weiter. Das Vertrauen der Anleger in Dividendenpapiere sei nach den Bilanzskandalen der vergangenen Monate noch immer angekratzt und werde vermutlich erst langsam wieder zurückkehren. Der Kollaps von Unternehmen wie Enron und WorldCom sowie eine Reihe von weiteren Bilanzskandalen hatten im Sommer die umfassendste Revision des US-Wertpapierrechts seit den 30er Jahren ausgelöst. Seitdem kehren Investoren langsam zurück.

Wie schon im Vormonat legten die befragten Fondsgesellschaften stärkeres Gewicht auf Titel europäischer Unternehmen. "Wir rechnen insgesamt damit, dass sich europäische Werte besser entwickeln als US-Titel", begründete Fondsmanager Bernd Karstedt von der Union Investment seine Strategie. Europa habe nach den im Vergleich zu den USA höheren Kursverlusten im vergangenen Jahr ein größeres Potenzial, da die Unternehmen vergleichsweise niedrig bewertet seien.

Bei Japan sind Fondsmanager weiter zurückhaltend

Zurückhaltend zeigten sich die befragten Gesellschaften weiterhin bei japanischen Papieren, sowohl bei Aktien als auch bei festverzinslichen Wertpapieren. Die Nachfrage nach japanischen Aktien war mit zwölf Prozent im November nach 13 Prozent im Oktober weiter rückläufig. Die Portfoliomanager verwiesen erneut auf die schwache wirtschaftliche Entwicklung des Landes. Es seien immer noch keine überzeugenden Ansätze zur Lösung der langjährig anhaltenden Bankenkrise erkennbar. "Für Japan bleiben wir vorsichtig, da die strukturellen Reformen bislang noch nicht erfolgreich waren und der Bankensektor weiterhin mit großen Problemen zu kämpfen hat", sagte Karstedt.

Bei Rentenanlagen in Japan bleiben die Portfoliomanager ebenfalls vorsichtig. "Das Zinsniveau ist unattraktiv und die Potenziale für einen steigenden Yen werden von uns als unterdurchschnittlich eingeschätzt", sagte Karstedt. Bei Anleihen aus Euroland favorisierten die Fondsgesellschaften langfristige Papiere mit einem Anlagehorizont von über fünf Jahren. Der Anteil dieser Rentenpapiere belief sich im November den Angaben zufolge auf 55 Prozent. Der Anteil von kurzfristigen Papieren mit Laufzeiten von ein bis zu drei Jahren lag bei 25 Prozent.

(An der Dezember-Umfrage basierend auf Daten vom November nahmen insgesamt sechs Investmentgesellschaften teil, eine mehr als im vergangenen Monat. Deshalb ist ein Vergleich der Durchschnitte nur eingeschränkt möglich. Die Meag (Munich Ergo Kapitalanlagegesellschaft mbH) nahm erstmals an der Umfrage teil)

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