Umfrage
Führungskräfte loben Schröders Wirtschaftspolitik

Während vor einem Jahr nur zwölf Prozent mit der Wirtschaftspolitik der Regierung zufrieden waren, stieg die Zahl nun auf 67 % der 600 befragten Führungkräfte, meldet das Forschungsinstitut Allensbach.

Reuters BERLIN. Die deutschen Führungskräfte loben nach einer Umfrage die Wirtschaftspolitik von Bundeskanzler Gerhard Schröder (SPD) und sprechen der Union zugleich Kompetenz ab. "Schröder hat die Herzen der Kapitalisten im Sturm erobert", sagte Elisabeth Noelle-Neumann vom Forschungsinstitut Allensbach am Mittwoch in Berlin. Die CDU verliere dagegen ihre Position als Wirtschaftspartei. Während vor einem Jahr nur zwölf Prozent mit der Wirtschaftspolitik der Regierung zufrieden waren, stieg die Zahl nun auf 67 % der 600 befragten Führungkräfte aus Wirtschaft, Verwaltung und Politik. Der Union bescheinigten 62 %, sie habe an Wirtschaftskompetenz verloren.

Noelle-Neumann sprach nach der Umfrage im Auftrag der Zeitschrift "Capital" von einem "Einschnitt in der Parteienlandschaft". Sie wies daraufhin, dass die Einschätzung der Entscheidungsträger noch vor der Verabschiedung der Steuerreform im Bundesrat und der dort beschlossenen Hilfen für den Mittelstand eingeholt worden war.

Etwa 80 % der Führungskräfte hatten der Union der Umfrage zufolge empfohlen, bei der Steuerreform einen Kompromiss mit der Regierung anzustreben. Den gleichen Tipp gibt die Mehrheit der Befragen der Opposition bei der geplanten Rentenreform. 90 % bescheinigten der SPD unter Gerhard Schröder, sie sei wirtschaftsfreundlicher geworden und fast zwei Drittel rechnen mit seiner Wiederwahl zum Bundeskanzler im Jahr 2002. Als "stark" schätzte eine Mehrheit neben dem Bundeskanzler allerdings im Kabinett nur Finanzminister Hans Eichel (SPD), Außenminister Joschka Fischer (Grüne) und Innenminister Otto Schily (SPD) ein.

Das Wiedererstarken der FDP ist nach Ansicht der meisten Führungskräfte kein Strohfeuer. Drei Viertel rechnen damit, dass die Liberalen die Grünen als drittstärkste Kraft ablösen werden. 42 % der Befragten hielten die FDP mit ihren Thesen zu Steuern, Selbstverantwortung und Privatisierung sogar für die Partei der Zukunft. Der Union attestierten dagegen fast zwei Drittel in der Umfrage, dass sie in der Renten- und in der Steuerpolitik keine klare Linie habe. Ein deutliches Votum gab es für Edmund Stoiber (CSU) und gegen Angela Merkel (CDU) als Kanzlerkandidaten der Union bei der nächsten Bundestagswahl.

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