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Umfrage: Schwarz-Gelb verliert die Mehrheit

Zum ersten Mal seit zwei Jahren haben Union und FDP in der vierteljährlichen „Spiegel“-Umfrage ihre Mehrheit verloren. Die Union käme auf 40 Prozent (minus fünf Punkte im Vergleich zum Juli), wenn am Sonntag Bundestagswahl wäre.

dpa HAMBURG. Zum ersten Mal seit zwei Jahren haben Union und FDP in der vierteljährlichen "Spiegel"-Umfrage ihre Mehrheit verloren. Die Union käme auf 40 Prozent (minus fünf Punkte im Vergleich zum Juli), wenn am Sonntag Bundestagswahl wäre.

Das ist der schlechteste gemessene Wert seit der Bundestagswahl 2002, berichtet das Nachrichtenmagazin. Gleichzeitig steigt die SPD um sieben Prozentpunkte auf 30 Prozent. Die FDP bleibt bei sieben Prozent, die Grünen bei 13 Prozent, ermittelte das Meinungsforschungs-Institut TNS Infratest für den "Spiegel".

Vor allem die wachsende Popularität von Bundeskanzler Gerhard Schröder (SPD) hilft der Regierung demnach aus dem Umfragetief der vergangenen Monate heraus: Um 13 Prozentpunkte auf 52 Prozent schoss der Wert des Kanzlers auf der Rangliste der Politiker, die "eine wichtige Rolle spielen sollen", nach oben. Damit gehören jetzt die ersten vier Politiker auf der Beliebtheitsskala der Koalition an.

Unangefochten an der Spitze steht mit 78 Prozent nach wie vor Außenminister Joschka Fischer, der fünf Punkte hinzugewinnt. Die CDU-Vorsitzende Angela Merkel muss hingegen sechs Punkte abgeben (46 Prozent), während sich Friedrich Merz kurz nach seinem Teilrückzug aus der Politik um fünf Prozentpunkte verbessern kann (44 Prozent). TNS Infratest hatte vom 12. bis 13. Oktober rund 1 000 Menschen befragt.

CDU und CSU befinden sich nach Einschätzung von Emnid-Chef Klaus-Peter Schöppner in den Umfragen "im freien Fall". Die unionsinternen Auseinandersetzungen erweckten beim Wähler den Eindruck, dass sich die Parteien nur mit sich selbst beschäftigten, sagte der Meinungsforscher der "Neuen Presse" (Hannover/Samstag). Zugleich werde der Anschein erweckt, selbst keine Lösung der politischen Probleme anbieten zu können. Außerdem leide unter den Konflikten das Ansehen von CDU-Chefin Angela Merkel, sagte Schöppner.

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