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Umfrage: Union und FDP ohne Mehrheit auf Bundesebene

Wenn am nächsten Sonntag gewählt würde, hätten CDU/CSU und FDP laut einer neuen Umfrage im Auftrag der ARD keine Mehrheit. Erstmals seit dem Herbst 2002 könnten die bürgerlichen Parteien demnach nicht mehr damit rechnen, die rot-grüne Bundesregierung abzulösen.

dpa BERLIN. Wenn am nächsten Sonntag gewählt würde, hätten CDU/CSU und FDP laut einer neuen Umfrage im Auftrag der ARD keine Mehrheit. Erstmals seit dem Herbst 2002 könnten die bürgerlichen Parteien demnach nicht mehr damit rechnen, die rot-grüne Bundesregierung abzulösen.

Das ergab die monatliche Umfrage von Infratest dimap für die ARD-Sendung "Tagesthemen mit Bericht aus Berlin". In der Sonntagsfrage des ARD-Deutschlandtrends kommt die Union jetzt nur noch auf 40 Prozent (-1), die SPD gewinnt mit 30 Prozent (+1) leicht hinzu. Gewinne gibt es auch für die Grünen mit 13 Prozent (+1) und die FDP mit acht Prozent (+1), während die PDS einen Punkt abgibt, mit fünf Prozent aber immer noch als Fraktion in den Bundestag einziehen würde.

Die Zufriedenheit mit der Arbeit der Bundesregierung ist im Laufe des Monats Oktober um drei Punkte auf 22 Prozent gesunken. Aber nur 28 Prozent (-1) der Befragten glauben, dass eine CDU/CSU-geführte Regierung die Probleme besser lösen könnte.

Nachdem sich NPD und DVU auf eine gemeinsame Liste bei der nächsten Bundestagswahl geeinigt haben, könnten sich laut Deutschlandtrend sieben Prozent der befragten Wahlberechtigten vorstellen diese Partei zu wählen. 1 Prozent gab an, sicher für NPD/DVU stimmen zu wollen, sechs Prozent vielleicht.

Für die Sonntagsfrage interviewte Infratest dimap im Auftrag der ARD vom 1. bis 3. November 1 500 Wahlberechtigte; alle übrigen Ergebnisse beruhen auf 1 000 Interviews.

Auch auf Landesebene können die rot-grünen Regierungen in Kiel und Düsseldorf wenige Monate vor den Landtagswahlen in Schleswig-Holstein und Nordrhein-Westfalen Boden gut machen.

Würde in Schleswig-Holstein an diesem Sonntag gewählt, käme die SPD von Ministerpräsidentin Heide Simonis auf 38 Prozent - ein Gewinn von sieben Punkten im Vergleich zur jüngsten Umfrage im August. Die Grünen erreichen in der am Freitag veröffentlichten Befragung zehn Prozent (- 1). Die CDU mit ihrem Spitzenkandidat Peter Harry Carstensen erreicht demnach 39 Prozent (-3), ihr Wunschkoalitionspartner FDP sieben Prozent (- 1). Der nicht an die Fünf-Prozent-Hürde gebundene Südschleswigsche Wählerverband (SSW) kommt auf drei Prozent (-1). Im nördlichsten Bundesland wird am 20. Februar 2005 ein neuer Landtag gewählt.

Die rot-grüne Landesregierung in Nordrhein-Westfalen hat indes ihren Rückstand gegenüber der Opposition fast aufgeholt. Wenn bereits am nächsten Sonntag gewählt würde, käme die SPD von Regierungschef Peer Steinbrück nun wieder auf 36 Prozent und gewinnt damit gegenüber der Umfrage im September sechs Punkte. Die Union mit ihrem Vormann Jürgen Rüttgers hingegen verliert drei Punkte und sinkt auf 40 Prozent. Auch die Grünen verlieren und liegen bei elf Prozent (-2), die FDP legt zu und kommt auf acht (+1). Für die rot-grüne Koalition in Düsseldorf sind das die besten Werte seit dem Wahljahr 2002, allerdings liegt sie immer noch mit einem Punkt Abstand hinter CDU und FDP. Im bevölkerungsreichsten Bundesland wird am 22. Mai 2005 gewählt.

Infratest dimap hatte im Auftrag der ARD in dieser Woche jeweils 1 000 Wahlberechtigte in Nordrhein-Westfalen und in Schleswig-Holstein befragt.

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