Umfrage unter 5000 Haushalten
US-Verbrauchervertrauen nicht so stark gesunken

Anhaltende Verluste an den US-Aktienbörsen, die Gefahr eines Krieges gegen Irak und vor allem die Schwäche des Arbeitsmarktes haben das Vertrauen der US-Bürger in die künftige Entwicklung der Wirtschaft ihres Landes im September den vierten Monat in Folge schwinden lassen. Der Rückgang fiel allerdings nicht so stark aus wie von Analysten erwartet.

Reuters NEW YORK. Der vom privaten US-Wirtschaftsforschungsinstitut Conference Board ermittelte Vertrauensindex für September fiel auf 93,3 Punkte von revidiert 94,5 Punkten im August, wie das Institut am Dienstag mitteilte. Damit liegt der Index um 17 Punkte unter seinem jüngsten Hoch im März dieses Jahres von 110,7 Zählern. Von Reuters befragte Volkswirte hatten im Schnitt mit einem deutlicheren Rückgang des Gesamtindexes auf 92,3 Punkte gerechnet.

Der Teil-Index, der die Einschätzung der derzeitigen Situation der US-Wirtschaft durch die US-Bürger und deren eigene finanzielle Lage widerspiegelt, fiel dem Institut zufolge im September deutlich auf 88,5 von 93,1 Punkten im August. Dagegen stieg der Teil-Index, der die Erwartungen der Konsumenten für die kommenden sechs Monate repräsentiert, leicht auf 96,5 von 95,5 Punkten im Vormonat.

Volkswirte äußerten sich in diesem Zusammenhang besorgt über die Entwicklung der Verbraucherausgaben, die rund zwei Drittel der gesamten Wirtschaftsleistung der USA ausmachen. Während die US-Bürger in den jüngsten Monaten noch recht lebhaft einkauften und Rabatte oder - beim Erwerb neuer Autos - Null-Zins- Finanzierungen in Anspruch genommen hätten, gebe es nun Anzeichen für eine Abschwächung. Volkswirten zufolge könnte eine stärkere Zurückhaltung der Verbraucher das Wirtschaftswachstum gefährden.

"Der schwache Arbeitsmarkt zehrt weiterhin am Vertrauen der Verbraucher", sagte Lynn Franco, von der Verbraucherforschungs-Abteilung des Conference Board. Die Verbraucher beurteilten die gegenwärtige wirtschaftliche Situation nicht günstig, seien aber optimistischer in Bezug auf den Ausblick für die nächsten sechs Monate, fügte Franco hinzu.

Der Vertrauensindikator des Conference Board basiert auf einer Befragung von 5000 Haushalten. Er gilt als wichtiges Barometer für die künftige Entwicklung der US-Konsumausgaben. Der von der Universität Michigan jeweils gegen Mitte eines Monats erstellte Index des Verbrauchervertrauens hatte zuletzt einen ähnlichen Rückgang wie der des Conference Board ausgewiesen.

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