Umfrage unter 800 Führungskräften der deutschen Wirtschaft
Rot-Grün verliert bei Top-Managern an Ansehen

Das Ansehen der rot-grünen Bundesregierung unter Spitzenmanagern in Deutschland ist im November dramatisch eingebrochen. Dies ist das Ergebnis des Handelsblatt Business-Monitors, einer repräsentativen Umfrage unter 800 Führungskräften der deutschen Wirtschaft.

HB DÜSSELDORF. 81 % der Befragten halten die Leistungen der Bundesregierung insgesamt für "schlecht" oder "sehr schlecht". Bundeskanzler Gerhard Schröder wird auf einer Skala von 1 (sehr gut) bis 5 (sehr schlecht) durchschnittlich mit 4,1 bewertet - das ist deutlich schlechter als der bisherige Tiefpunkt im Oktober 1999, als Schröder auf 3,7 absackte. Die selbe Note bekommt auch die Bundesregierung insgesamt sowie Finanzminister Hans Eichel. Weniger schlecht kommt der neue Wirtschafts- und Arbeitsminister Wolfgang Clement weg (3,4). Auch Außenminister Joschka Fischer wird mit 3,1 in den Abwärtstrend mit hineingezogen: Im Oktober lag seine Note noch bei 2,7.

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Doch auch die Liberalen sind offenbar unten durch bei den Führungskräften der deutschen Wirtschaft: Die Leistungen der Partei werden nach der Spendenaffäre um den zurückgetretenen Partei-Vize Jürgen W. Möllemann mit 4,2 benotet, Parteichef Guido Westerwelle bricht von 3,6 im Oktober auf 4,0 ein. Die Union vermag sich vor diesem Hintergrund nicht besser in Szene zu setzen: Nur 9 % finden ihre Lei-stungen "gut", 1 % weniger als im Oktober. Nur Parteichefin Angela Merkel erreicht im November ein überwiegend positives Echo auf ihr Wirken. Allerdings kann sie ihre guten Imagewerte nicht ausbauen: Statt 44 % finden nur noch 39 % ihre Arbeit "sehr gut" oder "gut", ihre Durchschnittsnote verschlechtert sich leicht von 2,7 auf 2,8.

Standortklima: Pessimismus erreicht neuen Höhepunkt

80 % der deutschen Topmanager rechnen mit einer Verschlechterung der Rahmenbedingungen für den Standort Deutschland in den nächsten 12 Monaten - 15 % mehr als noch im Oktober. 11 % (-9) glauben, die Lage werde so ungünstig bleiben, wie derzeit. Hoffnungen auf eine Verbesserung der Lage macht sich derzeit kaum jemand (6 %, -4). Besonders pessimistisch ist man im Baugewerbe sowie in der Metall-, Fahrzeug-, Maschinen- und Elektroindustrie. In keiner Branche überschreitet der Anteil der optimistischen Erwartungen erkennbar die 10-Prozent-Marke. Das derzeitige pessimistische Stimmungsklima übertrifft die bislang ungünstigsten Werte aus den ersten Monaten von 1999 oder von Ende 2001 bei weitem.

Ein Alarmsignal ist zugleich der fortgesetzte Rückgang der Investitionsbereitschaft: 53 % - 10 Punkte mehr als im Oktober - gaben an, ihr Unternehmen werde seine Investitionen verringern, nur 10 % (+2) wollen sie erhöhen. 36 % (-12) planen keine Änderung. Nur noch magginal weiter verschlechtert hat sich das düstere Beschäftigungsklima: 55 % (+1) der befragten Führungskräfte berichten, ihr Unternehmen wolle ihre Belegschaft verringern, nur noch 8 % (-1) wollen zusätzliche Mitarbeiter einstellen. Bei 36 % (-1) ist keine Änderung abzusehen.

Topmanager rechnen mit Erhöhung der Mehrwertsteuer

Bundesfinanzminister Hans Eichel dürfte die Löcher, die die Steuerschätzung in seinen Haushalt reißt, am ehesten durch eine Erhöhung der Mehrwertsteuer zu stopfen versuchen. Dies erwarten 59 % der deutschen Topmanager. 46 % halten es auch für möglich, dass Eichel trotz der schon erfolgten Überschreitung der Defizitgrenze die Neuverschuldung anhebt. Nur rund ein Drittel (35%) rechnet damit, dass Subventionen und andere Staatsausgaben gesenkt werden.

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